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LeserreaktionenLächerliche Bussen für gravierende Widerhandlungen

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Ein Leser ärgert sich über den lächerlichen Bussenkatalog gegenüber E-Bike-Fahrern.
Ein Leser ärgert sich über den lächerlichen Bussenkatalog gegenüber E-Bike-Fahrern.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Zu «Wie die USA Schweizer Waffen kontrollieren»

Das ist schon fast ein Affront

Die Schweiz darf am 27. September 2020 an der Urne über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge zur Wahrung unserer Lufthoheit mitbestimmen. In der Frage, ob die Schweiz solche Kampfjets auch tatsächlich braucht, dürfen wir in unserem demokratischen Land glücklicherweise geteilter Meinung sein. Dass uns die USA aber nur mit Flugzeugen beliefern würde, welche im Falle eines ernsthaften Ereignisses «nicht gegen US-Interessen schiessen» könnten, empfinde ich aus Sicht des Kunden schon fast als Affront. Bekanntermassen hat sich die US Air Force seit Jahrzehnten auf einem Luftwaffenstützpunkt in einem Land eingemietet, dessen Politik mehrheitlich weder mit unseren, noch den Werten der EU vereinbar ist. In Anbetracht dessen sollte sich unser Bundesrat bei einem Ja des Souveräns sehr gut überlegen, ob er eine solche Option eingehen und US-Flugzeuge im Beschaffungsprozess überhaupt berücksichtigen oder nicht doch lieber ein volltaugliches europäisches System evaluieren will.

Thomas Fischer, Spiez

Wir brauchen eine europäische Lösung

Der Artikel in dieser Zeitung über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge hat mich sehr erschüttert. Neue Flugzeuge ja, aber bitte eine europäische Lösung! Wir sind doch ein souveräner Staat, der wohl an einer Zusammenarbeit interessiert ist. Aber auf gleicher Augenhöhe mit den europäischen Herstellern. Was die Amerikaner hier bieten (weitgehende Überwachung unserer Einsätze mit versiegelten Black Boxen) ist nichts anderes als eine arrogante Missachtung unserer Eigenständigkeit. Sollte bis zur Abstimmung keine eindeutigen Signale in Richtung eines europäischen Flugzeuges vom VBS kommen, gilt es, die Neubeschaffung abzulehnen

Martin Rindlisbacher, Utzigen

Kluge Politik heisst, Prioritäten zu setzen

Heute hören wir wieder die gleichen leeren Drohungen wie aus der Kampagne zur Gripen-Abstimmung. Trotz allen düsteren Prognosen ist die Schweiz infolge der damaligen Ablehnung weder aussenpolitisch geschwächt noch militärisch bedroht. Bei jeder Abstimmung wird Angst geschürt – und noch nie hat es sich bisher bewahrheitet. Bei politischen Entscheidungen sollten man sich nie von Angst leiten oder sich von Drohungen einschüchtern lassen. Gerade in der aktuellen Pandemie und der daraus folgenden massiven wirtschaftlichen Krise haben wir dringendere Probleme. Die 24 Milliarden werden dringend benötigt, um wirtschaftlichen Einbrüche zu vermindern und eine rasant ansteigende Arbeitslosigkeit zu verhindern. Kluge Politik heisst, Prioritäten zu setzen.

Marlies Zehnder, Biel

Zu «Weshalb das Volk nicht über den Flugzeugtyp entscheiden darf»

Dieses Geld fehlt an anderen Orten

Zumindest ein gewisses Verständnis habe ich dafür, dass wir am 27. September nicht über den Flugzeugtyp entscheiden dürfen. Denn wenn schon höchste Militärs Mühe mit dem Durchblick haben, kann nicht ausgeschlossen werden, dass wir Bürger mit der Typenwahl überfordert wären. Nun geht es aber um die Frage, ob es sinnvoll ist, 24 Milliarden für Kampfflugzeuge auszugeben. Dieses Geld würde nicht nur für die Sicherung der Arbeitsplätze, ein effizientes Gesundheitswesen, für gerechte soziale Lösungen oder für die Bildung fehlen. Ein Ja würde auch dazu führen, dass die übrigen Teile der Armee sowie die anderen Sicherheitsdienste zu kurz kommen werden.

Hermann Battaglia, Spiez

Zu «Rasende E-Bike-Fahrer werden gebüsst»

Lächerliche Bussen für gravierende Widerhandlung

Der Bund will E-Bike-Fahrer, die als Raser die Strassen unsicher machen, endlich an die Kandare nehmen: Mit einem erschreckend ultratiefen Bussenkatalog, der der Verkehrssicherheit absolut nichts bringen wird. Warum werden die E-Biker nur mit Samthandschuhen behandelt? Lächerliche 20 oder 30 Franken für eine gravierende Widerhandlung im Strassenverkehr – das versteht nun wirklich keiner mehr.

Walter Pfäffli, Burgdorf