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Wurst-Hype in Österreich

Nach dem Triumph am Eurovsion Song Contest ist in Österreich der Kampf um den Austragungsort des nächstjährigen Wettbewerbs entbrannt. Siegerin Conchita Wurst soll für das Land werben.

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Viele wollen nun ein Stück des Erfolgs abschneiden: Metzger Joe Aichinger aus Bad Mitterndorf, dem Geburtsort von Tom Neuwirth, alias Conchita Wurst, hat bereits eine Wurst selben Namens lanciert. (12. Mai 2014)
Viele wollen nun ein Stück des Erfolgs abschneiden: Metzger Joe Aichinger aus Bad Mitterndorf, dem Geburtsort von Tom Neuwirth, alias Conchita Wurst, hat bereits eine Wurst selben Namens lanciert. (12. Mai 2014)
Erwin Scheriau, Keystone
Triumphaler Empfang: Tom Neuwirth, alias Wurst, mit seiner Trophäe in die Empfangshalle. (11. Mai 2014)
Triumphaler Empfang: Tom Neuwirth, alias Wurst, mit seiner Trophäe in die Empfangshalle. (11. Mai 2014)
Ronald Zak, Keystone
Zahlreiche Fans warteten am Wiener Flughafen auf Conchita Wurst. (11. Mai 2014)
Zahlreiche Fans warteten am Wiener Flughafen auf Conchita Wurst. (11. Mai 2014)
Leonhard Foeger, Reuters
An der Pressekonferenz tritt der Travestiekünstler auch seinen Kritikern entgegen. (11. Mai 2014)
An der Pressekonferenz tritt der Travestiekünstler auch seinen Kritikern entgegen. (11. Mai 2014)
Ronald Zak, Keystone
Conchita Wurst, aufgelöst: Der Österreicher Travestiekünstler Tom Neuwirth entscheidet das Finale des Eurovision Song Contests für sich. (10. Mai 2014)
Conchita Wurst, aufgelöst: Der Österreicher Travestiekünstler Tom Neuwirth entscheidet das Finale des Eurovision Song Contests für sich. (10. Mai 2014)
Keystone
Österreich zeigt Flagge: Conchita Wurst weinte vor Freude.
Österreich zeigt Flagge: Conchita Wurst weinte vor Freude.
Keystone
Der Auftritt, der den Sieg einbrachte: Conchita Wurst performt ihren Phönix, der aus der Asche steigt.
Der Auftritt, der den Sieg einbrachte: Conchita Wurst performt ihren Phönix, der aus der Asche steigt.
Jonathan Nackstrand, AFP
Queerpower: Fans im Gay-Café Montmartre in Amsterdam schauen sich das Eurovisions-Finale an.
Queerpower: Fans im Gay-Café Montmartre in Amsterdam schauen sich das Eurovisions-Finale an.
Keystone
Er trommelte, fiedelte und pfiff: Sebalter schaffte den guten 13. Platz.
Er trommelte, fiedelte und pfiff: Sebalter schaffte den guten 13. Platz.
Jonathan Nackstrand, AFP
Andras Kallay-Saunders sang für Ungarn sein Lied «Running» - es handelte von Kindsmissbrauch.
Andras Kallay-Saunders sang für Ungarn sein Lied «Running» - es handelte von Kindsmissbrauch.
Keystone
Cäsar, weiblich: Die Italienerin Emma.
Cäsar, weiblich: Die Italienerin Emma.
Keystone
Molly aus England sang «Children of the Universe.» Genützt hats nichts.
Molly aus England sang «Children of the Universe.» Genützt hats nichts.
Keystone
Repräsentierte San Marino bereits zum dritten Mal in Folge: Sängerin Valerie Monetta.
Repräsentierte San Marino bereits zum dritten Mal in Folge: Sängerin Valerie Monetta.
Keystone
The Common Linnet waren für die Niederlanden am Start – in Schwarz und in Weiss.
The Common Linnet waren für die Niederlanden am Start – in Schwarz und in Weiss.
Keystone
Ruth Lorenzo sang «Dancing in the Rain», und sah dabei wirklich nass aus.
Ruth Lorenzo sang «Dancing in the Rain», und sah dabei wirklich nass aus.
Keystone
Grossbritannien: Molly Smitten-Downes.
Grossbritannien: Molly Smitten-Downes.
AFP
San Marino: Valentina Monetta.
San Marino: Valentina Monetta.
Jonathan Nackstrand, AFP
Niederlande: The Common Linnets.
Niederlande: The Common Linnets.
Jonathan Nackstrand, AFP
Der dänische Jason Mraz: Basim sang über die Liebe.
Der dänische Jason Mraz: Basim sang über die Liebe.
Jonathan Nackstrand, AFP
Ungarn: Andras Kallay-Saunders.
Ungarn: Andras Kallay-Saunders.
Jonathan Nackstrand, AFP
Sie flötete: Die Slowenin Tinkara Kovac.
Sie flötete: Die Slowenin Tinkara Kovac.
Tobias Schwarz, Reuters
Italien: Emma.
Italien: Emma.
Tobias Schwarz, Reuters
In ihrem Clip gings um Krieg, sie widmeten ihr Lied aber den zahlreichen Arbeitsemigranten: Firelight aus Malta sangen «Coming Home».
In ihrem Clip gings um Krieg, sie widmeten ihr Lied aber den zahlreichen Arbeitsemigranten: Firelight aus Malta sangen «Coming Home».
Jonathan Nackstrand, AFP
Schweiz: Sebalter.
Schweiz: Sebalter.
Jonathan Nackstrand, AFP
Schweiz: Sebalter.
Schweiz: Sebalter.
Jonathan Nackstrand, AFP
Lernte in Kopenhagen auch unseren Sebalter kennen: Ruth Lorenzo pfiff aber trotzdem nicht.
Lernte in Kopenhagen auch unseren Sebalter kennen: Ruth Lorenzo pfiff aber trotzdem nicht.
AFP
Mit einem Blödel-Song am Start: Twin Twin aus Frankreich. Dafür gabs satte zwei Punkte.
Mit einem Blödel-Song am Start: Twin Twin aus Frankreich. Dafür gabs satte zwei Punkte.
Tobias Schwarz
Wer ist das nochmals? Wir wissen es auch nicht. Sie sehen aus wie Coldplay, klingen irgendwie auch wie Coldplay, sind aber nicht Coldplay. Gestatten, Soft Engine aus Finnland.
Wer ist das nochmals? Wir wissen es auch nicht. Sie sehen aus wie Coldplay, klingen irgendwie auch wie Coldplay, sind aber nicht Coldplay. Gestatten, Soft Engine aus Finnland.
Jonathan Nackstrand, AFP
Schweden: Sanna Nielsen.
Schweden: Sanna Nielsen.
Jonathan Nackstrand, AFP
Russland: Die Tolmatschowa-Zwillinge.
Russland: Die Tolmatschowa-Zwillinge.
Jonathan Nackstrand, AFP
Trödler & Compagnie? Nein, das ist Elaiza aus Deutschland.
Trödler & Compagnie? Nein, das ist Elaiza aus Deutschland.
Tobias Schwarz, Reuters
Der Saal kochte: Fans am Eurovision Song Contest in Kopenhagen.
Der Saal kochte: Fans am Eurovision Song Contest in Kopenhagen.
Jonathan Nackstrand, AFP
Rissen Griechenland auch nicht aus dem Jammertal: Freaky Fortune featuring Risky Kidd sangen «Rise Up».
Rissen Griechenland auch nicht aus dem Jammertal: Freaky Fortune featuring Risky Kidd sangen «Rise Up».
AFP
Pathos mit Bart: Carl Espen aus Norwegen.
Pathos mit Bart: Carl Espen aus Norwegen.
AFP
Und nochmals viel Pathos, aber ohne Bart: Sergej Cetkovic aus Montenegro.
Und nochmals viel Pathos, aber ohne Bart: Sergej Cetkovic aus Montenegro.
Tobias Schwarz, Reuters
Wer findet das Decolleté: Donatan & Cleo aus Polen. Sie hatten auch einen Holzzuber dabei und machten damit eine laszive Wasch-Performance.
Wer findet das Decolleté: Donatan & Cleo aus Polen. Sie hatten auch einen Holzzuber dabei und machten damit eine laszive Wasch-Performance.
AFP
Oh du rundes Klavier, wie werden wir dich vermissen: Paula Seling & OVI aus Rumänien. In ihrem Song ging es um das Wunder der Liebe, aber auch ein bisschen um das Wunder der Holografie.
Oh du rundes Klavier, wie werden wir dich vermissen: Paula Seling & OVI aus Rumänien. In ihrem Song ging es um das Wunder der Liebe, aber auch ein bisschen um das Wunder der Holografie.
Tobias Schwarz, Reuters
Er wollte nicht unbedingt mit Conchita Wurst auf der gleichen Bühne stehen, behauptete aber später, er habe nur einen Witz gemacht: Aram MP3 aus Armenien.
Er wollte nicht unbedingt mit Conchita Wurst auf der gleichen Bühne stehen, behauptete aber später, er habe nur einen Witz gemacht: Aram MP3 aus Armenien.
Tobias Schwarz, Reuters
Das Kleid ist rot, der Hintergrund auch: Dilara Kazimova aus Aserbeidschan hat auch gesungen.
Das Kleid ist rot, der Hintergrund auch: Dilara Kazimova aus Aserbeidschan hat auch gesungen.
AP Photo/Frank Augstein
Das sind Lehrer: Pollapoenk aus Island wollten Spass machen.
Das sind Lehrer: Pollapoenk aus Island wollten Spass machen.
Jonathan Nackstrand, AFP
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Ein Atomkraftwerk, das nie in Betrieb gegangen ist, eine Stadt, die schon zweimal Olympische Spiele bewältigt hat: Die Zahl möglicher Standorte für den Eurovision Song Contest (ESC) 2015 in Österreich scheint gross.

Die Rundfunkgesellschaft ORF will in spätestens zwei Monaten entscheiden, wo der ESC im kommenden Jahr ausgetragen wird. Das kündigte ORF-Intendant Alexander Wrabetz heute in Wien an. Er sei froh über die «unglaubliche Resonanz aus fast allen Bundesländern», sagte er der Nachrichtenagentur APA.

«Medialer Jackpot und Imageauffrischung»

Jetzt müssten aber alle Anforderungen der Eurovision im Detail abgeklärt werden. Er sei für ein Konzept, das nicht nur die Veranstalter-Stadt, sondern ganz Österreich repräsentieren könne, sagte Wrabetz. Die Kosten für den Sender dürften nach Schätzungen bei etwa 20 Millionen Euro liegen.

Dem Austragungsort, aber auch dem Rest des Landes, winken ein medialer Jackpot und eine Imageauffrischung. «Das ist mit Sicherheit ein Sechser im Lotto», sagt der Kommunikationsexperte Wolfgang Rosam. Das ganze Land könne von dem Impuls profitieren, wenn Österreich die Chance zu nutzen wisse.

Er kann sich eine Werbekampagne mit Wurst bis zum Contest im Mai 2015 vorstellen: «Zusammen mit einem Almhirten mit Gamsbart», sagt der 57 Jahre alte Experte für Veränderungs-Prozesse. Conchita habe ein entsprechendes «Sendungsbewusstsein», das die Republik gut nützen könnte. Und er rät für den Grossanlass: «Bloss nicht sparen».

AKW-freies Österreich

Kosten scheinen in diesem Moment kaum eine Gemeinde abzuschrecken, die meint, über das Potenzial als Standort zu verfügen. «Wir bieten alles, was der ESC braucht», sagt der Geschäftsführer des Freizeitparks Schwarzlsee bei Graz. Auf dem 140 Hektar grossen Areal mit Badesee stünden zwei Hallen für 18'000 und 2500 Menschen.

Auch die Stadt Graz, in der Tom Neuwirth in die Modeschule gegangen ist, warf ihren Hut in den Ring. «Es wäre naheliegend, einmal nicht Wien in die Auslage zu stellen», erklärte ein Stadtsprecher.

Tirols Landeshauptstadt Innsbruck zeigt ebenfalls grosses Interesse. Als Ausrichter von zwei Olympischen Spielen verfüge man über exzellente Erfahrung, heisst es vonseiten der Gemeinde.

An seine Tradition als Land ohne Atomkraft könnte Österreich mit dem Areal in Zwentendorf an der Donau erinnern. Dort scheiterte 1978 am Bürgerprotest die Inbetriebnahme eines AKW. Das Gelände sei eine mögliche Kulisse für ein musikalisch-friedliches Ereignis, sagt ein Sprecher der Landesregierung von Niederösterreich.

Für Salzburg zu prollig

In Wien reiben sich in der Vorfreude auf den möglichen Zuschlag die Tourismus-Verantwortlichen die Hände. Schon vorher wolle die Stadt den ESC im «Gay-Lesbian-Marketing» mitnehmen, sagt der Leiter des Wien Tourismus, Norbert Kettner.

Beim Werben um Schwule und Lesben sei Wien seit Jahren aktiv: «Niemand kann sagen, dass wir erst jetzt auf einen fahrenden Zug aufspringen. Da haben wir bereits eine grosse Glaubwürdigkeit.» Der Ruf der einstigen Hauptstadt der Doppelmonarchie habe sich erweitert: «Sie gilt als elegante, schöne und imperiale Stadt, aber zunehmend auch als junge, lebenslustige und tolerante Stadt.»

Kein Interesse signalisiert lediglich Salzburg. Sowohl das Bundesland als auch die Mozart-Stadt winken ab. Das Ganze sei zu teuer, sagte der konservative Ministerpräsident Wilfried Haslauer. «Ausserdem passt diese Veranstaltung nicht in das weltweit einzigartige Kulturprofil des Landes, das sich an den Festspielen oder anderen qualitativ hochwertigen Kunstformen wie dem Jazzfestival Saalfelden orientiert», erklärte Haslauer.

(SDA)

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