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Stadttheater muss kurzfristig Kreisler-Aufführung absagen

Wegen Intervention von Georg Kreislers Witwe verzichtet Konzert Theater Bern auf die Aufführung «Adam Schaf hat Angst», welche am 6. Oktober Premiere gefeiert hätte. Grund ist ein Urheberrechtsstreit.

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Das Musical von Georg Kreisler wird nicht wie geplant am Stadttheater aufgeführt. Das Stück wird durch ein anderes Bühnenprogramm mit Uwe Schönbeck ersetzt.
Das Musical von Georg Kreisler wird nicht wie geplant am Stadttheater aufgeführt. Das Stück wird durch ein anderes Bühnenprogramm mit Uwe Schönbeck ersetzt.
Walter Pfäffli (Archiv)

Konzert Theater Bern verzichtet auf die Aufführung des Musicals «Adam Schaf hat Angst» von Georg Kreisler. Grund ist ein Streit um urheberrechtliche Vorgaben. Kreislers Witwe wollte verhindern, dass zwei Lieder des Musicals durch zwei andere Kreisler-Lieder ersetzt werden.

Laut Konzert Theater ist «Adam Schaf hat Angst» von Georg Kreisler mehrfach selber geändert worden. Die letzte Fassung datiere aus dem Jahr 2007, als der Autor sein Musical in Hamburg inszenierte. Es gebe somit von Kreisler selbst keine autorisierte Fassung - und auch keine Verfügung darüber, welche Lieder zusätzlich integriert werden dürften.

Weil jedoch zwischen der Erbin - Kreislers Witwe - und dem Bühnen- und Musikverlag stückgut keine Einigkeit erzielt werden konnte, verzichtet das Berner Theater auf den Musicalabend, der am 6. Oktober Premiere gefeiert hätte. Das Stück wird durch ein anderes Bühnenprogramm mit Uwe Schönbeck ersetzt.

Der Münchner Verlag zeigte sich in einer Presserklärung konsterniert über die «Willkür» der Erbin. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Witwe das Werk nur in einer Fassung durchsetzen wolle, die weder «durch irgendeine Verfügung Georg Kreislers noch durch künstlerische Notwendigkeiten gedeckt» sei.

Niemand habe ein Interesse daran, das Werk Georg Kreislers «nicht angemessen unter Wahrung des Urheberrechtes in der Produktion interpretiert zu wissen», schreibt stückgut weiter. Der Verlag ist aber der Meinung, Theater sei im Gegensatz zu einem Buch «nicht statisch und abgeschlossen, sondern ein lebendiger und wandelbarer Umgang mit Inhalt, Sprache und Musik.»

Insofern sei es eine Herausforderung für Schauspieler und Regie, ein Werk jedes Mal neu zu erschliessen. Der österreichische Kabarettist Georg Kreisler verstarb im November 2011 im Alter von 89 Jahren. Kreisler galt als Meister des schwarzen Humors. Er verfasste Gedichte und Lieder, schrieb Hörspiele, Kabarettstücke, Theatertexte und Musicals.

(SDA)

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