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Rasend aktuelles Museumstheater

Stefan Pucher zeigt im Zürcher Pfauen Jean-Paul Sartres Thesenstück «Die schmutzigen Hände». Und putzt es blank zum Gedankenparcours.

Es ist alles nur Theater: Jessica (Henrike Jörissen) und Hugo (Jirka Zett) mimen die grosse Liebe. Foto: Doris Fanconi
Es ist alles nur Theater: Jessica (Henrike Jörissen) und Hugo (Jirka Zett) mimen die grosse Liebe. Foto: Doris Fanconi

Keine Bange: Gegen die Schrecken des Idealismus werden am Eingang zum Pfauensaal Ohrstöpsel verteilt, und ein Schild warnt vorsichtshalber vor einem lauten Knall. «Nach 60 Minuten», präzisiert das Schauspielhaus und beruhigt: «nicht gehörschädigend». Gewissens­belastend aber sind Mordanschläge durchaus; Jean-Paul Sartre hat das in seinem Weltkriegsstück «Die schmutzigen Hände» bis zum bitteren Ende durchdiskutiert. Das Drama verhandelt den Zwiespalt zwischen der Verantwortung gegenüber sich selbst und dem grossen Ganzen; zwischen ideellem Rigorismus und erfolgsorientiertem Pragmatismus; zwischen persönlicher Moral und überpersönlicher Parteiraison. Und ein Lavabo wie für Pilatus gibts nicht.

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