Kein Fall für Holmes und Watson

Vierzig Jahre nach ihrer Gründung spielt der Theaterverein der Remise-Bühni dieses Jahr ein Stück von Curt Goetz. Mit spitzem Humor und Leidenschaft wird das menschliche Wesen seziert.

Die Schauspieler überzeugen bei der Aufführung von «Dr. med. Hiob Prätorius» auf ganzer Linie.

Die Schauspieler überzeugen bei der Aufführung von «Dr. med. Hiob Prätorius» auf ganzer Linie. Bild: zvg

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Leicht skurril und mit einem Schuss schwarzem Humor: So präsentieren die Schauspielleute der Remise-Bühni ein Stück von Curt Goetz.

«Dr. med. Hiob Prätorius» ist die Geschichte eines Frauenarztes, der unkonventionelle Wege beschreitet und dabei auf die Heilkraft des Lachens setzt. Und Prätorius hätte nur allzu gerne die Sinnlosigkeit von Kriegen mithilfe der Wissenschaft bekämpfen wollen. So zumindest erzählt er es seinem Arztkollegen. Die Mikrobe der menschlichen Dummheit wolle er finden und ein Serum dagegen entwickeln.

War es ein Verbrechen?

Diese Entdeckung hätte den Weltfrieden herbeiführen können. Doch Prätorius knallt samt Frau und Auto in einen Baum. Der Tod setzt seiner Schlagfertigkeit, seinem Charme und seiner Lebenslust ein Ende. Das wiederum gibt Jahre später Feminina Holmes und Dr. Watson zu denken. War es Zufall, war es Absicht, war es ein Verbrechen? Hinter allem vermutet das Gespann etwas Verborgenes, Tragisches. Und da muss noch eine dritte Person im Auto gesessen haben.

Überzeugende Mimik

Wer sich an eine Komödie von Goetz wagt, der braucht einen versierten Regisseur an seiner Seite. Die Laiendarsteller der Remise-Bühni fanden ihn in Hans Peter Incondi. Seine Inszenierung besticht durch die Aufteilung der Bühne in drei Tiefen und die überzeugende Mimik sämtlicher Darsteller. Jerry Lergier blüht in der Rolle des Prätorius auf, und auch Martina Inniger verkörpert Violetta mit viel Ausdruck. Doch es ist die Gesamtleistung der Darsteller, welche der Inszenierung einen durchschlagenden Erfolg bringen könnte.

Rollen problemlos besetzt

Im vierzigsten Jahr nach der Gründung kann der Theaterverein auf etliche Mitglieder mit viel Schauspielerfahrung zählen. So konnten die Rollen der älteren Professoren und Ratsherren problemlos besetzt werden. Einer von ihnen ist Walter Fankhauser. Der heute 82-Jährige ist dem Theatervirus schon in seiner Jugend verfallen. Und er war es, der die Idee hatte, in Jegenstorf eine Theaterbühne zu reali­sieren.

Voller Tatendrang fand Fankhauser Interessierte und einen Kohlenraum zur Umnutzung. Der Verein nahm Form an und feierte Erfolge. Später konnten die Räume in der Remise-Bühni als Kleintheater umgebaut werden, und die Theaterleute können auf ein treues Publikum zählen. Dies zeigte sich auch an der Premiere vom Mittwoch.

Weitere Spieldaten und ­Reservationsmöglichkeiten auf www.remise.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.04.2017, 10:34 Uhr

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