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Grooviger Goethe als verkokste Sause

Konzert Theater Bern zeigt «Torquato Tasso». Die schauspielerischen Leistungen begeistern. Doch die Inszenierung parodiert mit Anglizismen, Kraftausdrücken und Drogenkonsum die heutige Kunstszene allzu plump.

Gefangener seines Hofstaates: Der Künstler Tasso (Andri Schenardi) zerbricht an seiner Rolle als «subventionierter Narr» (im Vordergrund). Antonio (Timur Isik), der Staatssekretär des Mäzens, bestärkt ihn in seiner Paranoia, und die Gräfin (Mona Kloos) intrigiert im Hintergrund.
Gefangener seines Hofstaates: Der Künstler Tasso (Andri Schenardi) zerbricht an seiner Rolle als «subventionierter Narr» (im Vordergrund). Antonio (Timur Isik), der Staatssekretär des Mäzens, bestärkt ihn in seiner Paranoia, und die Gräfin (Mona Kloos) intrigiert im Hintergrund.
Annette Boutellier

So gleissend hell war es im Saal des Stadttheaters Bern wohl noch nie. Publikum und Schauspieler sind einem permanenten Rampenlicht ausgesetzt, das durch den zunehmenden Einsatz von Neonlicht am Ende schier unerträglich wird. Unerträglich vor allem für die Hauptfigur Tasso (Andri Schenardi). Denn eigentlich braucht dieser Künstler doch den Rückzug. Exponiert auf einem roten Teppich (Bühne: Sascha Gross), der bis in die Zuschauerränge hineinreicht, strauchelt er, hin- und hergerissen zwischen Narzissmus und Paranoia, auf ein tragisches Ende zu.

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