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Ein Glücksfall für Bern

BernEin Kommentar von Kulturredaktor Michael Feller zur Vertragsverlängerung von Stephan Märki am Konzert Theater Bern.

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Stephan Märki verlängert in Bern bis 2021. Die Nachricht von Konzert Theater Bern (KTB) freute am Donnerstag nicht alle in der Berner Kulturszene. Das überrascht nicht. Märki blies seit dem Rauswurf von Schauspielchefin Stephanie Gräve ein eisiger Wind entgegen. Nicht nur von den üblichen Naserümpfern, die per se finden, KTB erhalte zu viel Geld aus dem umkämpften Subventionstopf, auch in den Medien.

Märki, der Mackerdirektor, der Quasidiktator in einer veralteten Stadttheater-Machtstruktur? Beim blindwütigen und von persönlichen Animositäten geprägten Bashing wurde verkannt, was Bern am Basler eigentlich hat.

Märki ist der Direktor der Baustellen. Nachdem dieses Jahr endlich die Renovation des Stadttheaters abgeschlossen wird, muss das Berner Symphonieorchester wegen des Umbaus während einer Saison in Ersatzspielstätten ausweichen. Bis jetzt hat das Vierspartenhaus die Einschränkungen durch die Umbauerei äusserst kreativ aufgefangen und sich gar noch ins Gespräch gebracht. KTB unter Märki sucht den Kontakt zum Publikum und der Berner Kulturszene. Letzten Sommer hat der Kubus auf dem Waisenhausplatz hat die Stadt bereichert.

Der Laden läuft. Die Zahlen stimmen. Und im Theater ist Bern wieder wer. Zwei Produktionen der vergangenen Spielzeit, «Die Vernichtung» von Ersan Mondtag und «Mondkreisläufer» von Jürg Halter, wurden an die wichtigen Theaterfestivals in Deutschland eingeladen. Jene, die schreien, KTB sei ein rückständiger, Geld vernichtender Moloch, haben dem erfolgreichen Märki-Theater bislang keine brauchbaren Ideen entgegengehalten. Seien wir ehrlich: Märki ist ein Glücksfall für Bern.

michael.feller@bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.06.2017, 19:06 Uhr

Kulturredaktor Michael Feller

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