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Das Leben walzt dich platt

Einfach überwältigend: Das ist die popmoderne Version von Georg Büchners «Woyzeck» von Stefan Pucher und Band in der Zürcher Schiffbauhalle.

Grossartige Rivalen: Jirka Zett als Woyzeck, Jan Bluthardt als Tambourmajor.
Grossartige Rivalen: Jirka Zett als Woyzeck, Jan Bluthardt als Tambourmajor.
Tanja Dorendorf (T+T Fotografie)

Rennen, robben, rollen. Rucksack hochnehmen, Medizin runterschlucken, und wieder rennen, robben, rollen. Luftholen geht selbst dann nicht, wenn gerade kein Dienst ist: Der kleine Soldat Woyzeck wird pausenlos gehetzt und gejagt – von seinen Vorgesetzten, von seinen Furien und von einer Gesellschaft, in der man als Armer die Arschkarte gezogen hat. Als Zuschauer des unbarmherzigen Bühnenparcours dagegen hockt man mit lauter Trümpfen da. Man freut sich über tolle Schauspieler und über eine starke, teils fast zu starke Inszenierung, die etwas will – und die das, was sie will, auch kann: nämlich alles aus der Perspektive popmoderner Ernsthaftigkeit sehen; jener blau geblümten Trostlosigkeit, die längst aus den Ritzen der Postmoderne und ihrer Amüsierbetrieblichkeiten gekrochen ist.

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