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Brechreiz vor Angst

So unverfroren kommt einem das Theater leider nur selten vorbei: Das Stadttheater Bern zeigt die Schweizer Erstaufführung von Oliver Klucks – jawohl – «Froschfotzenlederfabrik».

Daniel Di Falco
Bei denen sitzt man besser nicht in der vordersten Reihe: Milva Stark (ganz hinten), Diego Valsecchi, Henriette Cejpek.
Bei denen sitzt man besser nicht in der vordersten Reihe: Milva Stark (ganz hinten), Diego Valsecchi, Henriette Cejpek.
Annette Boutellier/zvg

Na so was. Da will man ins Theater und sitzt also im Bus und fährt quer durch die Stadt und hofft die ganze Zeit, dass man um Gottes willen niemandem begegnet, der einen erkennt. Weil der fragen würde, wohin man denn fährt, und man müsste dann sagen: in die Froschfotzenlederfabrik.

Es war zum Glück niemand im Bus; schnell hinein ins Foyer. Kompliment an den Autor – es kommt nur alle zweitausend Jahre vor, dass man allein wegen eines Stücktitels ins Theater will. Da fragt man auch gar nicht nach dem Autor und braucht darum auch keine Meinung zu haben über Oliver Kluck: Man muss sich nicht auf Vorrat entscheiden, ob man diesen unglaublich produktiven jungen deutschen Autor so grossartig findet wie die ganze Branche derzeit – Kluck auf allen Bühnen, rauf und runter, sehr gefeiert, sehr gefragt, sehr dekoriert mit allerhand Preisen. Oder ob man doch lieber die Nase rümpft über das ganze Gewese und Gerenne wie über jedes Gewese und Gerenne und sich fast ein bisschen zurücksehnt nach jenen Tagen, da Bern noch Provinz war und unberührt von den Moden aus Berlinmünchenstuttgarthamburg.

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