Aeschi

Vogelhändler aus dem Märchenbuch

AeschiDie Bühne Burgäschi zeigt dieses Jahr die Operette «Der Vogelhändler» von Carl Zeller. Die Inszenierung ist in einer Märchenlandschaft angesiedelt, bunt und fantasievoll.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wolken in unzähligen Grautönen hängen über dem Burghof in Burgäschi, der traditionellen Spielstätte der Bühne Burgäschi. Doch es wird an diesem Premierenabend kein Tropfen fallen. Noch ist es still auf der Bühne. Nur die Grillen zirpen sich schon ein. Sie werden den ganzen Samstagabend nicht mehr verstummen.

Fantasievolles Bühnenbild

Im Gegensatz zum grauen Himmel ist die Spielstätte für die diesjährige Operettenproduktion «Der Vogelhändler» bunt. Der rote Schirm eines Riesenfliegenpilzes leuchtet in der einen Ecke, die Umrisse einer hellgelben Glocke in der Mitte und einer rosafarbenen Tasse in der anderen. Dazwischen steht eine grosse festliche Tafel, daneben ein stilisierter Teich mit echtem Wasser. Ein grauer und ein weisser Kubus, das Orchesterhaus, schliessen die Bühne gegen die Felder und den Wald ab.

Bunter Strauss an Einfällen

Melanie Gehrig hat als Regisseurin, Bühnen- und Kostümbildnerin bewusst auf Tiroler Klischees verzichtet. In ihrer Märchenlandschaft ist alles möglich. So wird der Chor zum lebenden Blumenstrauss. Selbst die vornehmen Damen rund um die Kurfürstin tragen nicht nur Blumen im Haar, sondern Blütenblätter über ihren Krinolinen. Die Fantasie der Regisseurin kennt keine Grenzen.

So tritt die Post-Christel mit bunten Paketen auf, die sie an einer langen Schnur hinter sich herzieht und dafür einen Szenenapplaus erntet. Einige Arien und Duette werden von dem Tänzerpaar Letizia Jakob (klassisch) und Artur Libano (Breakdance) kommentiert.

Auch für die Ohren ein Genuss

Unter dem beschwingten Dirigat von Reimar Walthert finden sich Orchester, Chor und Solisten zu einem harmonischen Ganzen. Anna Vichery ist eine bezaubernde Christel, von der Stimme und der Darstellung her. Wie jedes Jahr übernimmt auch Regisseurin Melanie Gehrig einen Part und singt die Kurfürstin. Berührend ihre Arie «Als geblüht der Kirschenbaum». Roman Lauder als Adam besticht durch seine Stimme und bringt mit seinem Akzent Lokalkolorit ein.

Schon lange dabei

Roger Bucher, ein Altbekannter in Burgäschi, gibt den Baron Weps als geldgierigen und verlogenen Adligen, während Fabio De Giacomi als sein Neffe mit spitzbübischem Charme bezaubert. Aus den vielen Nebenrollen sticht besonders Andi Hubert als Höfling Gundel hervor. Im Rokokokostüm und mit französischem Charme führt er durch den Abend, begleitet von einer echten Französischen Bulldogge.

Als der Abend nach 23 Uhr zu Ende geht, hat sich ab und zu der Mond über der Szenerie gezeigt. Noch immer zirpen die Grillen. Und das Publikum erhebt sich zur Standing Ovation.

Informationen zu den weiteren Aufführungen und Reservationen: www.burgaeschi.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.06.2015, 08:59 Uhr

Artikel zum Thema

Hat Primarschulhaus eine Zukunft?

Aeschi Eine zentralisierte Gesamtschulanlage im Dorf Aeschi? Oder, wie vom Gemeinderat favorisiert, eine ausgebaute Primarschule samt sanierter Oberstufe? Die Bevölkerung war sich an einem Infoanlass nicht einig. Mehr...

Gemeinde hält an Primarschule fest

Aeschi Gemeinderat und Kommission Schulraumplanung empfehlen der Gemeindeversammlung Aeschi vom 5.Juni, den Ausbau der 106-jährigen Primarschule samt Sanierung der Oberstufe weiter zu verfolgen. Mehr...

Zwei Autos bei Aeschi zusammengeprallt

Aeschi b. Spiez Am Montagmorgen ist es auf der Umfahrungsstrasse zwischen Spiezwiler und Mülenen zu einer Kollision zwischen zwei Fahrzeugen gekommen. Eine Person wurde dabei verletzt. Mehr...

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Kommentare

Blogs

Foodblog Uneingelöste Versprechen

Ich Tarzan, du Jane

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Bis die letzte Strähne sitzt: Eine Assistentin toupiert die Haare Donald Trumps in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Berlin. (17. Oktober 2017)
(Bild: Fabrizio Bensch) Mehr...