Nach 20 Jahren verlässt Peter Leu die Theaterbühne auf der Moosegg

Moosegg

Diesen Sommer lädt Regisseur Peter Leu mit dem Freilichttheater Galgenbühl zur 19. Aufführung. Die 20. Inszenierung im nächsten Jahr wird seine letzte sein. Trotzdem soll es auf der Moosegg weiterhin Theater geben.

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«Ich will aufhören, bevor ich die Leute jagen muss», sagt Peter Leu, Verantwortlicher und Regisseur des Freilichttheaters Moosegg. Am 8.Juli starten er und sein Team mit dem Stück «Galgenbühl», das sich um Schweizer Söldner in der Schlacht von Marignano und die Daheimgebliebenen dreht, mit der zweitletzten Premiere. Im nächsten Sommer wird dann definitiv die letzte Premiere unter der Ägide von Peter Leu über die Bühne gehen.

«Aufhören, solange es noch Freude macht.»

«Ja, ich werde im nächsten Jahr die letzte Inszenierung machen», sagt er. Dies wird dann sein 20. Freilichttheater auf der Moosegg sein. «Es wird Jahr für Jahr schwieriger, Leute zu motivieren, die das Ganze auf sich nehmen», begründet Leu. Damit meint er nicht nur die Schauspielerinnen und Schauspieler, die jeweils ab März bis August vier- bis fünfmal pro Woche mit Proben und Aufführungen beschäftigt sind. Er meint auch die vielen Helfer im Hintergrund.

Wie etwa diejenigen, die den Autofahrern den Parkplatz zuweisen, die Abendkasse betreuen oder die Schauspieler schminken. «Pro Vorstellung sind jeweils bis gegen 70 Leute im Einsatz», erklärt Peter Leu, der heuer 32 Aufführungen im Plan hat. «Ich will aufhören, solange es noch Freude macht», so der Regisseur weiter. Denn Freilichttheater auf die Bühne zu bringen, bedeute auch immer wieder von neuem ein gewisses Risiko.

«Spielort ist ausgereizt»

Zudem habe er auch das Gefühl, dass nach bald 20 Jahren der Spielort ausgereizt sei. Peter Leu wird das Theatermachen indes nicht vollends an den Nagel hängen. «Im Jahr 2017 werde ich bestimmt pausieren und danach etwas Neues wagen», sagt er. Was genau lässt Leu offen. Nur so viel: «Nach der Pause werde ich an einem anderen Ort, möglicherweise in der Stadt Bern oder im Berner Oberland, weiterfahren. Denn Ideen habe ich noch viele.»

Offen bleibt auch, wer auf der Moosegg in die Fussstapfen von Peter Leu treten wird. «Falls jemand dort weitermachen will, ist dies durchaus möglich», betont der Regisseur.

«Leute aus der Region»

«Es wird weitergehen», sagt denn auch Daniel Lehmann, Inhaber und Geschäftsführer des Hotels Moosegg, auf Anfrage. So würden gegenwärtig entsprechende Verhandlungen geführt. Wer auf der Moosegg künftig Freilichttheater in Szene setzen wird, will der Geschäftsführer noch nicht preisgeben. «Es werden Leute aus der Region sein», sagt er lediglich.

Bis es so weit ist, wird Peter Leu noch zweimal das Zepter führen. Die letzte Premiere im nächsten Jahr wird übrigens mit dem bekannten Stück «Käserei in der Vehfreude» von Jeremias Gotthelf über die Bühne gehen.

Galgenbühl, berndeutsches Spiel von Beat Binder, Freilichttheater Moosegg: 8.Juli bis 22.August. www.theater-moosegg.ch

Berner Zeitung

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