KonzertTheaterBern plant Zukunft ohne Tanz-Chefin Marston

Der Direktor des neuen Berner Vierspartenhauses KonzertTheaterBern, Stephan Märki, plant die Zukunft ohne die Leiterin der Sparte Tanz, Cathy Marston. Marston leitet nur noch bis Ende der Saison 2012/13.

Stephan Märki, Direktor des KonzertTheaterBern, möchte das Vierspartenhaus neu positionieren.

Stephan Märki, Direktor des KonzertTheaterBern, möchte das Vierspartenhaus neu positionieren. Bild: Urs Baumann

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Der Stiftungsrat von KonzertTheaterBern (KTB) hat laut einer Mitteilung vom Mittwoch den Antrag Märkis genehmigt, ab der Saison 2013/14 mit einer neuen Leitung für die Sparte Tanz in die Zukunft zu gehen. Märki habe den Antrag mit der Herausforderung begründet, das KonzertTheaterBern künstlerisch neu zu positionieren.

«Unsere künstlerischen Auffassungen haben sich als zu unterschiedlich für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit über die kommende Spielzeit hinaus erwiesen»: So wird Märki in der Mitteilung zitiert.

Auch Marston kommt in der Mitteilung zu Wort. Sie zeigt sich stolz über das seit 2007 in Bern Erreichte. Ihr Ensemble genüge höchsten Qualitätsanspruchen, wie internationale Einladungen immer wieder gezeigt hätten.

Das Publikum honorierte Marstons Anstrengungen: Laut der im Januar veröffentlichten Zuschauerstatistik des Stadttheaters Bern schloss die Sparte Ballett 2010/11 in der letzten Saison des Theaters als eigenständiger Institution gut ab. Das teilte die Leitung im Januar dieses Jahres mit.

Tanz soll «noch etwas mutiger werden»

Auf Anfrage sagte Märki, er habe grossen Respekt vor Marstons Leistung - vor allem unter Berücksichtigung des Spagats zwischen Publikumserwartung und finanziellen Möglichkeiten.

Er wolle aber versuchen, aus dem vorhandenen Kapital noch mehr herauszuholen und die Sparte Tanz am KTB zu einer aus seiner Sicht noch zwingenderen Ästhetik und deutlicheren Haltung zu führen. «Das ist auch meine Aufgabe als neuer Direktor.»

Marston versuche, der Erwartungshaltung des Publikums mit einem breiten Angebot zu begegnen. Im Vergleich mit anderen Städten müsse sich Bern aber eindeutig positionieren. Deshalb wolle er versuchen, so Märki, in der Sparte Tanz noch mutiger zu werden.

Ihm schwebe vor, einerseits eine Identifikation des Publikums mit Berns Tanz- und Ballettsparte zu erreichen und anderseits eine Anbindung an Tanzfestivals. «Das ist meine Ambition.»

Neue Struktur - neue Köpfe

KTB ist im Juli 2011 aus dem Berner Symphonieorchester (BSO) und dem Stadttheater Bern hervorgegangen. Märki übernahm die Leitung ab diesem Zeitpunkt, aber vorerst mit einem Teilpensum: Er ist noch bis Ende der Saison 2011/12 Generalintendant am Deutschen Nationaltheater in Weimar.

Neue Struktur - neue Köpfe: Mit dem Abgang Marstons im Sommer 2013 geht der personelle Umbau bei KTB weiter. Sämtliche vier Sparten des neuen KTB erhalten innert kurzer Zeit eine neue Leitung.

Beim Schauspiel ersetzt in diesem Sommer Iris Laufenberg den derzeitigen Chef Erich Sidler. Bei den Sparten Oper und Konzert ging die Leitung im vergangenen Herbst zu Xavier Zuber über. Der frühere Berner Stadttheater-Intendant Marc Adam leitete zuvor das Musiktheater und Matthias Gawriloff bis vor kurzem das BSO. (dln/sda)

Erstellt: 02.05.2012, 15:42 Uhr

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