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Wann wirds mal wieder richtig Sommer?

Mit Peter Reber wird am Sonntag einer der womöglich verkanntesten Schweizer Musiker 70.

Peter Reber feiert am Sonntag einen runden Geburtstag.(Archivbild/Keystone)
Peter Reber feiert am Sonntag einen runden Geburtstag.(Archivbild/Keystone)

So. Heute lege ich meine blutti Seel i wysse Sand. Wie sie da so liegt, würde ich gerne dem Nichtstun frönen, aber das geht nicht, denn ich muss ein Geburtstagsständchen üben: Peter Reber wird diesen Sonntag 70. Und ich besitze erstens die Neuausgabe seiner Biografie, in der 35 (!) Lieder mit Noten und Text aufgeführt sind, und zweitens ist meine blutti Seel unbefleckt, was Peter Reber angeht.

Ein Leben voller Lieder: Peter Reber.(Bild: zvg)
Ein Leben voller Lieder: Peter Reber.(Bild: zvg)

Das hat vor allem damit zu tun, dass ich nicht im Bernbiet aufgewachsen bin, dort, wo ich herkomme, sang man in der Schule Toni Vescoli oder Dieter Wiesmann. Nur 1981 sass ich mit offenem Mund vor dem TV und lauschte «Io senza te» von Peter, Sue und Marc, die den ESC rockten, der damals noch gar nicht so hiess. Es war das schönste Lied, das ich je gehört hatte, und viele Jahre später diente es dann tatsächlich als titelgebender Song im Musical über die Musikgruppe, in der «Peter» der Peter war. Hinzugehen, wäre mir allerdings nicht im Traum in den Sinn gekommen, obwohl auch Ritschi mitmachte.

Peter, Sue und Marc am Eurovision Song Contest 1981.(Quelle: Youtube)

Ich verspüre also keinerlei Gefühlsregungen, wenn ich an das «Hippigschpängschtli» denke, oder daran, was «Jede bruucht sy Insel» genau bedeuten mag. Und das ist gut so, denn so kann ich mir unvoreingenommen überlegen, ob Melanie Oesch, mit der ich dieser Tage zufällig telefoniert habe, recht hat: Würde Peter Reber in den USA leben, wäre er ein absoluter Superstar, sagt sie. Und dass wir hier manchmal vergessen, einem Künstler wie ihm den nötigen Respekt für seine Werke zu zeigen.

Ich versuche das hiermit zu ändern. Selbst wenn es noch fast zu kalt ist, um eine Seele in den Sand zu legen, und sei es auch nur in einem Insellied.

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Das Buch «Es Läbe voll Lieder» ist im Weltbild-Verlag erhältlich (29.90 Fr.), die Vernissage findet am 20. Mai statt (Orell Füssli, Bern). Melanie Oesch ist am 3. Mai von 11 bis 12 Uhr Gast am BZ-Stand an der BEA.

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