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Sound der Insel und der Grossstadt

Lenny Kravitz hat seinen Groove wiedergefunden: Sein auf den Bahamas und in Paris aufgenommenes neuntes Studioalbum «Black and White America» ist funkiger, politischer, inspirierter als die Vorgänger und strotzt vor positiven Botschaften. Einziges Manko: Kravitz will zu viel.

Relaxt, aber auch nachdenklich: So zeigt sich Lenny Kravitz auf seinem siebten Album «Black and White America».
Relaxt, aber auch nachdenklich: So zeigt sich Lenny Kravitz auf seinem siebten Album «Black and White America».
zvg

Sie haben keine Freude am Weg, den die USA seit den Zeiten der Rassentrennung gegangen sind. Sie begegnen dem ersten afroamerikanischen Präsidenten mit blankem Hass. Und sie haben Lenny Kravitz zu «Black and White America» inspiriert. «Es hat mich schockiert, dass Leute heute noch so denken», sagt der 47-Jährige über die Gruppe rückwärtsgewandter, unversöhnlicher junger Amerikaner, die er in einem US-Dokfilm sah. Danach komponierte Kravitz den Titelsong seines neunten Albums. Er bezieht sich darin auf Martin Luther Kings Visionen – und verbindet die politische mit der persönlichen Ebene, wenn er die Situation seiner Eltern einflicht, die sich als gemischtrassiges Paar im Amerika der 60er-Jahre auf der Strasse Obszönitäten anhören mussten und angespuckt wurden. Doch Kravitz wäre nicht Kravitz, würde er nicht eine positive Message herausdestillieren: «There is no division!» Dazu fährt er knackige Funkgrooves, federnde Bässe und beseelte Bläser auf, die mächtig mitreissen. Auch die musikalische Botschaft wird ohne Umschweife klar: Nach dem meist reichlich uninspiriert rockenden Vorgänger «It Is Time for a Love Revolution» (2008) hat Lenny Kravitz seine Inspiration wiederentdeckt.

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