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Schweizer Musiker auf Festivals im Ausland gefragt

Die zeitgenössische Schweizer Musik ist diesen Sommer ausserordentlich gut vertreten an ausländischen Festivals. Allen voran Sophie Hunger.

Sophie Hunger trat am renommierten Glastonbury-Festival in England auf.
Sophie Hunger trat am renommierten Glastonbury-Festival in England auf.

Experten erklären den seit ein paar Jahren herrschenden Trend mit den besseren Rahmenbedingungen. Spitzenreiter sind wie schon im letzten Jahr die multikulturelle Elektro-Indie-Rockband Bonaparte um den Schweizer Tobias Jundt und die 27-jährige Berner Singer/Songwriterin Sophie Hunger. Beide haben diesen Sommer je über 30 Auftritte im Ausland; Bonaparte beispielsweise waren in Roskilde, Hunger am renommierten Glastonbury- Festival.

Die beiden werden insbesondere von Swiss Music Export (SME) gefördert, einer gemeinsamen Initiative von Pro Helvetia, Phonoproduzentenfonds, SUISA-Stiftung, Fondation CMA, Migros- Kulturprozent und der Schweizerischen Interpretenstiftung.

SME hilft seit 2003 Schweizer Musikern finanziell und beratend dabei, im Ausland Fuss zu fassen. Bevorzugt werden Künstler und Bands, denen in den jeweiligen Märkten echte Chancen zugebilligt werden. Der Fokus liegt auf Europa, namentlich Frankreich und Deutschland.

Hunger und Bonaparte haben gemäss SME-Jahresbericht 2009 gemeinsam etwa die Hälfte aller Mittel erhalten, die der Organisation zur Verfügung stehen. Den Rest teilten sich 21 weitere Künstler und Formationen.

Das Beste kommt noch

Die Anstrengungen von SME haben dazu geführt, dass Schweizer Musik vermehrt über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen wird. «Erst etwa seit fünf Jahren geht das ausländische Publikum in Konzerte, nur weil da Schweizer spielen», sagte Marc Ridet von der Fondation CMA der Nachrichtenagentur SDA.

Heisst das, dass Schweizer Musik nun eine echte Marke ist? Noch nicht unbedingt, wägt Philipp Schnyder von Wartensee, Direktor des Festivals m4music des Migros-Kulturprozents ab. «Dazu hat die Schweiz eine zu junge Tradition des Musik-Exports», sagt Schnyder, der auch im SME-Vorstand sitzt.

Früher war die internationale Karriere von Schweizer Künstlern wie Yello, Gotthard oder Stephan Eicher «ein Produkt des Zufalls», sagt SME-Direktor Jean Zuber. «Heute ist sie der gesteigerten Professionalität zu verdanken». Gruppen, die sich einen Agenten leisten - und davon gebe es immer mehr - vermögen sich generell besser zu exportieren.

Nischen sind gut

Aber um sich einen Vertrag mit einem ausländischen Festival zu sichern, brauche es mehr als nur professionelles Marketing, sagt Philipp Schnyder von Wartensee. Die Musiker müssen auch «aussergewöhnliche Qualitäten» vorweisen. Das sei der Grund, warum Sänger und Bands, die sich Nischen erschliessen, jenseits der Landesgrenzen besonders gute Chancen haben.

So punkten etwa in der Nachfolge von Gotthard und Krokus Schweizer Metal-Bands in Europa und sogar Übersee. Triptykon beispielsweise, 2008 von Thomas Gabriel Fischer (früher Hellhammer, Celtic Frost und Apollyon Sun) gegründet, ist ein Beispiel, ebenso wie die Celtic-Metal-Band Eluveitie.

In der Sparte Elektro treten Filewile in die Spuren von Yello. Und Filewile-Sängerin Joy Frempong hat unter dem Pseudonym Oy ebenfalls eine ansprechende Solo-Auslandskarriere gestartet, mit einem Auftritt am renommierten «Eurockéennes Festival» im französischen Belfort Anfang Juni.

Aber auch eingängigerer Pop wie der der Berner Lunik findet Gefallen im Ausland. Die Band um Sängerin Jaël packt immer wieder einmal die Koffer für Auftritte in Grossbritannien und Italien.

SDA/phz

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