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Schlagersängerin Lys Assia stirbt mit 94 Jahren

Schlagersängerin Lys Assia ist tot. Die Song-Contest-Siegerin von 1956 starb mit 94 Jahrne

Lys Assia ist mit 94 Jahren gestorben.
Lys Assia ist mit 94 Jahren gestorben.
Ennio Leanza, Keystone

Schlagersängerin Lys Assia ist am Samstag im Alter von 94 Jahren gestorben. 1956 hatte sie den ersten Song Contest mit dem Lied «Refrain» gewonnen. Noch bis ins hohe Alter stand sie auf der Bühne – und sorgte auch sonst für Schlagzeilen.

Mit «O mein Papa» aus der Operette «Der schwarze Hecht» von Paul Burkhard wurde Lys Assia – mit bürgerlichem Namen Rosa Mina Schärer – berühmt. Das Lied handelt von einer jungen Frau, die ihren Vater, einen Zirkusartisten, besingt.

1956 siegte sie am ersten Prix Eurovision de la Chanson, dem heutigen Eurovision Song Contest. Es war die erste Austragung, und Assia sollte bis heute die einzige Schweizerin bleiben, die den Wettbewerb gewann.

Im Alter von 94 Jahren ist Lys Assia nun am Samstag im Spital Zollikerberg verstorben. Ihr ehemaliger Sekretär Jean Eichenberger bestätigte eine Meldung von blick.ch gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Assia hatte die letzten Tage seit Montag im Spital Zollikerberg verbracht.

Alt zu werden «nicht geplant»

Assia stand noch bis ins hohe Alter auf der Bühne. Zweimal versuchte sie, an ihren Erfolg am Eurovision Song Contest anzuknüpfen: einmal mit dem nostalgischen «C'était ma vie», einmal mit einer Kooperation mit den Berner Rappern New Jack («All In Your Head»). Beide Male wollte das Schweizer Publikum sie jedoch nicht an den Eurovision Song Contest schicken.

Zu ihrem 90. Geburtstag vor vier Jahren hatte Assia gegenüber der SDA gesagt: «Wissen Sie, das war ja nicht geplant, dass ich so alt werde, das hat der Liebe Gott so gewollt. Ich mache einfach das Beste draus und lasse mich nicht unterkriegen.»

Sie liess sich nicht unterkriegen – und sie hielt sich auch verbal nicht zurück. So machte sie etwa mit Seitenhieben gegen Schlagerstar Beatrice Egli von sich reden, mit der sie 2007 am Finale des Grand Prix' der Volksmusik auftrat.

Nachfolgerin von Josephine Baker

Lys Assia wurde am 3. März 1924 in Rupperswil im Kanton Aargau geboren. Ihr Vater besass eine Spenglerei, ihre Mutter hatte adlige Wurzeln. Lys, die damals noch Rosa hiess, nahm als Kind Ballettunterricht, liess sich später zur Koloratursopranistin ausbilden und ging als Sängerin und Tänzerin ins Ausland.

Im Krieg tourte sie durch Frankreich – in einem Revue-Programm, das «Sourire de Suisse» hiess. 1942 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag, 1948 ersetzte sie die berühmte Josephine Baker im Club Champs Elysées.

Im Jahr darauf entdeckte sie bei einem Besuch beim befreundeten Zürcher Komponisten Paul Burkhard die Noten von «O mein Papa», einem Lied aus der 1939 uraufgeführten Operette «Der schwarze Hecht». Assias Version wurde ein Welthit und sie selber zu einer der berühmtesten Schlagersängerinnen ihrer Zeit.

Karriere wie im Märchen

Sie gastierte in den Varietépalästen Europas, Nordafrikas, der USA und Südamerikas, hatte in Caracas und London eigene Fernseh-Shows, sang vor Queen Elizabeth II., Eva Perón und König Faruk und stand neben Weltstars wie Dean Martin und Marlene Dietrich auf der Bühne.

Auf Anraten ihres Berufskollegen und Landsmanns Vico Torriani konzentrierte sie sich aber auf Deutschland, die damalige Hochburg des Schlagers. Dort hatte sie Hits wie «Arrivederci Roma», «Wenn die Glocken hell erklingen» und «Was kann schöner sein» (Que sera).

1953 heiratete sie den Zürcher Industriellen Henry Kunz, der schon 1957 verstarb. 1963 ging sie mit dem dänischen «Hotelkönig» Oscar Pedersen ihre zweite Ehe ein. Er taufte ihr zu Ehren ein Hotel in Lübeck «Lysia».

Trauma und neues Glück

1995 begann eine Pechphase: Zuerst starb ihr Mann bei einem Autounfall, sie selber wurde verletzt. Im Jahr darauf musste sie sich einer Herzoperation unterziehen. 2004 wurde sie in ihrer Villa in Cannes überfallen, ihr Hund «Lucky» wurde dabei getötet. Damals war der Umzug an die Zürcher Goldküste schon geplant, und er brachte ihr Glück. Den Höhepunkt bedeutete im Jahr 2008 der Ehren-Prix-Walo.

SDA/fur

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