Zum Hauptinhalt springen

Quartett bringt Stahlstäbe zum Klingen

Mit dem Tonus-Music Labor hat Don Li einen Ort für experimentelle Musik geschaffen. Am Freitag ist das Dresdner Stahlquartett in Bern zu Gast. Seine Instrumente, die so ganz anders aussehen, als man sich ein Musikinstrument vorstellt, sind in einer Schmiede im Erzgebirge entstanden.

David Loher
Eine klingende Skulptur? Nein, die Musiker des Stahlquartetts bestehen darauf, dass es sich um ein Instrument, genauer um ein Stahlcello, handelt.
Eine klingende Skulptur? Nein, die Musiker des Stahlquartetts bestehen darauf, dass es sich um ein Instrument, genauer um ein Stahlcello, handelt.
zvg

Als Celli sind die vier Objekte beim besten Willen nicht zu identifizieren, wie auch immer man sie dreht und wendet. Und von den vier Musikern ist auch kein einziger ausgebildeter Cellist: Studiert haben sie Saxofon, Klavier oder Komposition. Trotzdem bezeichnen die Mitglieder des Stahlquartetts ihre Instrumente als Stahlcelli. Warum bloss? «Genau genommen hat nur eines der vier Instrumente den Tonumfang eines Violoncellos», erklärt Jan Heinke, Gründer des Quartetts. «Die anderen sind teils höher, teils tiefer gestimmt.» Alle vier Instrumente zusammen haben etwa den Tonumfang eines klassischen Streichquartetts. Gemeinsam haben Cello und Stahlcello einzig, dass beide mit einem Bogen gestrichen werden. Bei den Instrumenten des Stahlquartetts werden aber keine Saiten gestrichen (die ironischerweise beim normalen Cello wiederum das Einzige sind, was aus Stahl gefertigt ist). Es sind Stahlstäbe, die zum Klingen gebracht werden. Jedes Instrument hat 52 Stäbe und damit ebenso viele Töne, die man darauf spielen kann.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen