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Pein und Pathos

Nach Amy Winehouse' Tod zeigt sich einmal mehr: Nachrufe sind eine heikle Angelegenheit.

Amy Winehouse ist tot, die Trauer gross. Kaum eine Zeitung, kaum eine Newssite, die zum Tod der Sängerin keinen Nachruf verfasst hat. Wobei diese ganz unterschiedlich ausgefallen sind – was nicht erstaunt. Zwar heisst es, Nachrufe seien ein gutes Training für angehende Journalisten. Doch tatsächlich sind sie alles andere als einfach zu schreiben. Nichts Peinlicheres als eine Würdigung, die sich im Ton versteigt. Gut verfasst aber, berührt ein Nachruf wie kaum eine andere Textform.

«Am 14. September 1983 wird Amy Winehouse in London in einer jüdischen Mittelklassefamilie geboren. Ihr Vater Mitchell ist Taxifahrer, Mutter Janis Apothekerin…», begann der Winehouse-Nachruf beim «Stern» – und endete so: «Belgrad sollte ihr letzter öffentlicher Auftritt sein: Knapp einen Monat später wird Winehouse leblos in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden. Sie wurde nur 27 Jahre alt.» Dazwischen werden die weiteren Stationen der Sängerin heruntergerattert. Ein schönes Beispiel für einen Klassiker: Den nüchtern-biografischen Nachruf.

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