Musik vom Baugerüst

Lauschet! Am Dienstag beginnt die Reihe Abendmusiken im Münster. 14 Konzerte stehen an. Sogar das Bau­gerüst im Chor wird bespielt.

Im Berner Münster werden diesen Sommer 14 Konzerte gespielt.

Im Berner Münster werden diesen Sommer 14 Konzerte gespielt.

(Bild: Keystone)

Oliver Meier@mei_oliver

Es ist ein Kreuz mit dem Baugerüst im Chor des Berner Münsters. Manche Konzertbesucher haben es schon verflucht, als Ausbund von Hässlichkeit im heiligen Raum. Auch Münsterorganist Daniel Glaus tut sich schwer damit. Kein Wunder: Seine Lieblingsorgel ­– die Schwalbennestorgel ­– bleibt ihm bis auf weiteres baustellenbedingt verwehrt.

Und üben darf er auch nur noch über Mittag oder abends. «Die Restauratoren», erzählt er, «sind auf Ruhe angewiesen, weil sie die ganze Oberfläche millimeterweise abklopfen». Ein Orgel-Forte, versteht sich, liegt da nicht drin, so göttlich es auch klingen mag.

Glaus indes ist ein kreativer Kopf. Er beweist es immer wieder, als Interpret und Komponist, aber auch als künstlerischer Leiter der Konzertreihe Abendmusiken. Dieses Jahr macht er aus der Not eine charmante Tugend: Da sich das Baugerüst nicht wegzaubern lässt, wird es Teil des Programms.

Am 21. Juni lädt Glaus mit dem Perkussionisten Pierre Favre zum «Improvisationskonzert unter Einbezug des Chorgerüstes». Da dürften die Restauratoren die Flucht ergreifen, ebenso am 5. Juli und am 16. August: Dann nehmen Tanzstudierende und eine Trompetenklasse der Hochschule der Künste das Baugerüst in Beschlag.

«Exaudi – Lauschen auf das Andere», heisst der Titel der diesjährigen Konzertreihe, die das Experimentelle gekonnt mit dem Traditionellen verknüpft und namhafte Organistinnen und ­Organisten präsentiert.

Berner Zeitung

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