Mit Swing in die nächsten 40 Jahre

Bern

Der Schleier über dem Programm des Jazzfestivals Bern ist gelüftet. Die Jubiläumsausgabe steht unter dem Motto «40 Years Hard Swinging», beginnt am 16.März im ZPK.

Jazzlady und Weltstar Cécile McLorin Salvant beehrt das 40.Jazzfestival Bern.<p class='credit'>(Bild: Jean-Pierre Dondel)</p>

Jazzlady und Weltstar Cécile McLorin Salvant beehrt das 40.Jazzfestival Bern.

(Bild: Jean-Pierre Dondel)

Im Plattentext zu den Liveaufnahmen des ersten Jazzfestivals Bern 1976 schrieb Organisator Hans Zurbrügg: «Das Wichtigste ist, den Jazz in seiner Ursprünglichkeit nicht nur im Archiv, sondern auch live auf der Bühne zu erhalten.» Dies war eine Antwort an diejenigen, die den Jazz bereits tot sahen.

Unbeirrt hält Zurbrügg, seit einiger Zeit mit Unterstützung von Sohn Benny, an diesem hehren Ziel fest. Kein anderes Festival in der Schweiz widmet sich so gründlich und so nachhaltig der Vermittlung der Jazzmusik und der Verpflichtung seiner wichtigsten Exponenten wie jenes in Bern. Heuer geht es in die 40.Runde. Der Jazz lebt – allen Unkenrufen zum Trotz – noch immer.

Der Philosoph Arthur Schopenhauer meinte einmal: «Die ersten vierzig Jahre des Lebens liefern den Text, die folgenden dreissig den Kommentar dazu.» Was ist das Essenzielle im Text der vierzig Berner Jazzfestivals? Zurbrügg: «Ganz klar: der Swing. Er ist das zentrale Element im Jazz.» Swing hat viele Gesichter.

Mal bluesig, mal latino

Swingenden Blues bringen Lurrie Bell, Billy Branch und Jimmy Johnson nach Bern, viel Groove die Soulqueen Bettye Lavette. Sie wird, eine organisatorische Neuerung, im Wechsel mit dem Gitarristen Corey Harris jeweils nur ein Set pro Abend bestreiten. Warum? Hans Zurbrügg: «Sängerinnen, insbesondere solche mit Topnamen, lassen sich oft nur noch für einen Auftritt verpflichten.»

Lateinischer Swing bestimmt mit Publikumsliebling Michel Camilo das Eröffnungskonzert im Zentrum Paul Klee und zieht sich dann mit klangvollen Namen wie Paquito D’Rivera, Diego Urcola und dem Brazilian Trio durchs ganze Festival.

Virtuos und orchestral

Pianist Stefano Bollani, Mandolinist Hamilton de Holanda, Klarinettistin Anat Cohen, Drummer Herlin Riley und die Gitarristen Stanley Jordan und Mark Whitfield sind Künstler, die zum Teil erstmals in Bern gastieren. Gemeinsam ist ihnen die instrumentale Virtuosität, die immer wieder für Beifallsstürme gut und nur live zu erleben ist.

Organisator Zurbrügg meint nicht ohne Stolz: «Das in Bern beheimatete Swiss Jazz Orchestra, dessen Ursprünge in die Innere Enge zurückreichen, gehört unbedingt ans Festival.» Auf Wunsch der Band kommen Werke von Mike Mainieri zur Aufführung. Der Topvibrafonist gastiert erstmals am Festival. Auch die Routiniers von The Cookers, obwohl nur ein Septett, swingen wie eine Bigband.

Fünf Jazzladys, angeführt von der Sängerin Catherine Russell, deren neue CD mit Auszeichnungen überhäuft wird, laden am 10.Mai um 17 Uhr zur Muttertagsgala in den Schweizerhof ein.

Gala zum Schluss

«Wir hoffen, dass diese Neuerung Tradition wird», sagt Zurbrügg. Die bisherige Gala Night gibts nicht mehr, dafür eine Schlusswoche mit Galapotenzial. Die kometenhaft zur Weltspitze aufgestiegene Sängerin und Komponistin Cécile McLorin Salvant (ihre CD «WomanChild» wurde vom renommierten Magazin «Down Beat» zum besten Album des Jahres erkürt) agiert abwechselnd mit dem Quintett der Sax-Koryphäen George Robert und Bob Mintzer. Eine grosse Geburtstagsparty in der Inneren Enge beschliesst das Festival.

Vorverkauf: Hotel Innere Enge Mo–Fr, 12–14, Marians Jazzroom Di–Sa, 19–22, www.starticket.ch, www.jazzfestivalbern.ch

Berner Zeitung

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