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Ihr grösster Feind war sie selbst

Ihre Ausstahlung und ihre Stimme verzauberten das Publikum. Doch an dem Mega-Erfolg zerbrach Whitney Houston. Nun ist sie im Alter von 48 Jahren gestorben.

Der Superstar mit der Drei-Oktaven-Stimme: Whitney Houston. (5. Mai 1988)
Der Superstar mit der Drei-Oktaven-Stimme: Whitney Houston. (5. Mai 1988)
AFP

Es war eine der brillantesten Karrieren der jüngsten Vergangenheit: Mit einem strahlenden Aussehen und einer drei Oktaven umfassenden Stimme wurde Whitney Houston zum Superstar der Musikwelt. Exorbitante Verkaufszahlen und Grammys säumten den Weg. Doch die Erfolge blieben nicht ungetrübt. Drogenkonsum und Eheprobleme brachten Houston immer wieder Negativschlagzeilen ein. Zuletzt wurde es still um sie. Jetzt ist die Sängerin, Schauspielerin und Produzentin im Alter von 48 Jahren gestorben.

Geboren wurde Whitney Houston am 9. August 1963 im US-Bundesstaat New Jersey. Das musikalische Talent wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Emily Drinkard, später Cissy Houston, war eine leidenschaftliche Gospelsängerin. Unter anderen unterstützte sie Superstars wie Elvis Presley oder Aretha Franklin als Backgroundsängerin.

Whitneys Talent wurde früh entdeckt und gefördert. Mit elf Jahren war sie Mitglied im «New Hope Baptist Junior Choir». Beeinflusst wurde sich auch von ihrer Cousine, der Sängerin Dionne Warwick. Daneben startete Houston eine Model-Karriere. Sie war das erste schwarze Covergirl der Zeitschrift «Seventeen». Der Laufsteg-Job brachte Houston Fernsehrollen in populären amerikanischen Comedy-Serien ein.

Von Null nach ganz oben

Als 20-Jährige nahm sie der Präsident der Plattenfirma «Arista», Clive Davis, unter Vertrag. Damit wurde der Grundstein gelegt für eines der bestverkauften Debüt-Alben mit dem Titel «Whitney Houston», das 1985 erschien und zahlreiche Hits enthielt. Das zweite Album «Whitney» folgte 1987 und stieg von Null auf Platz eins der amerikanischen Verkaufscharts ein. Houston war die erste Frau, die einen derartigen Blitzstart hinlegte. Insgesamt hatte sie sieben Nummer-Eins-Hits in Folge. Die Sängerin übertraf damit den bisherigen Rekord der Beatles und der Bee Gees.

Ihr grosser Erfolg wurde wie bei Michael Jackson durch das Musikvideo vorangetrieben - ein damals brandneues Element im Pop-Geschäft. Mit «I Wanna Dance With Somebody» landete sie ihren ersten Nummer-Eins-Hit in Deutschland. Der zweite war die Olympia-Hymne «One Moment in Time».

Ausflug in die Schauspielerei

Für Furore sorgte auch ihr Ausflug in die Schauspielerei. Im Januar 1993 lief in den deutschen Kinos ihr erster Film «Bodyguard» an, in dem sie an der Seite von Hollywood-Star Kevin Costner eine Sängerin spielte. Zu dem Blockbuster gab es einen Soundtrack, der Houstons Ballade «I Will Always Love You» enthielt. Die Single eroberte erneut die Charts.

Erst 1998 veröffentlichte Houston ihr neues Album «My Love Is Your Love». Sie schlug damit neue Töne an, setzte weniger auf die Kraft ihrer Balladen, sondern liess modernen Rhythm & Blues und erstmals auch Hip-Hop-Elemente einfliessen.

Der Erfolgsdruck blieb nicht ohne Folgen. Berichte über Alkohol- und Drogenexzesse machten die Runde in den Boulevardblättern. Es folgten Entzugstherapien und erneut Rückfälle, begleitet von Krisen in ihrer Ehe mit dem Rapstar Bobby Brown.

2007 liess sich Houston scheiden, sie erhielt das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Bobbi Kristina. Hoch verschuldet musste Houston 2007 auf richterliche Anordnung persönliche Dinge verkaufen, darunter Kleider und Instrumente.

Karrierefixiertheit vorgeworfen

Kritiker warfen Houston zudem vor, sie sei unterkühlt, berechnend und karrierefixiert. Die Ausnahmesängerin selbst soll einmal gesagt haben, sie wolle alles unter Kontrolle haben.

Die Drogenprobleme bekam Houston offenbar jedoch nicht in den Griff. «Ich bin entweder mein bester Freund oder mein schlimmster Feind», sagte sie 2002 in einem ABC-Interview. 2010 erklärte sie sich für drogenfrei, Berichte über einen angeblichen Rückfall wies sie nach einem Ausfall bei ihrer Europa-Tournee zurück. Ein Jahr später unterzog sie sich erneut einer Entziehungskur, die nach Angaben einer Sprecherin jedoch lediglich Teil des langjährigen Genesungsprozesses war.

Die goldene Stimme hatte Houston bis dahin eingebüsst. Sie klang rau und versagte. Ihre Tournee vor zwei Jahren war von Negativschlagzeilen geprägt. Houston musste etliche Konzerte wegen Krankheit absagen und erhielt negative Kritiken von Fans, die von Gesang und Auftritten enttäuscht waren. Die Sängerin betonte indes, es gehe ihr gut.

Am Samstag starb Houston aus noch ungeklärter Ursache im Beverly Hills Hotel, wo sie am Abend bei einem Grammy-Dinner auftreten sollte - organisiert von Produzent Clive Davis, der Houston in den 80er Jahren entdeckt hatte. Der Tod der preisgekrönten Soul-Sängerin wurde laut Polizei um 15.55 Uhr festgestellt, nach Informationen des Senders CNN hatte ihr Freund, R&B-Sänger Ray-J, kurz zuvor noch einen Notruf abgesetzt. Alle Wiederbelebungsversuche blieben jedoch vergeblich.

dapd/afp/kle

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