«Ich bin de ewig Usländer»

2007 wurde «Dr Schacher Seppli» zum grössten Schweizer Hit erkoren. 2018 soll eine Neuinterpretation auf Alltagsrassismus aufmerksam machen.

Der Videoclip zum Song. (Quelle: Youtube/ GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus)

Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (Gra) hat eine Kampagne gegen Alltagsrassismus lanciert: Zusammen mit Soulsänger Max Urban setzt sie mit «Der Ausländer» – einer Neuinterpretation des «Schacher Seppli» – ein Zeichen.

Alltagsrassismus sei in der Schweiz ein Problem, das zahlreiche Bereiche des Lebens betreffe, teilte Gra am Montag mit. Dabei geht es beispielsweise um Hasskommentare im Netz, leise Ablehnung im Alltag oder subtile Benachteiligung bei der Stellensuche. Die traditionelle Ländlermusik liefere den passenden Rahmen, um zu vermitteln, dass Fremdenfeindlichkeit keine Schweizer Tradition sei, heisst es weiter.

Doch statt Alphorn, Hackbrett und Schwyzerörgeli erklingen bei «Der Ausländer» ein türkisches Kanun, karibische Steeldrums und armenische Flöten – gespielt von in der Schweiz lebenden Musikern mit Wurzeln rund um den Globus. Sie bilden die «Ausländerkappelle» und widerspiegeln damit laut Gra die kulturelle Vielfalt der Schweiz.

Erfreut über die Renaissance ist auch Irene Froelicher, Enkelin von «Schacher-Seppli»-Schöpfer Otto Wolf. «Meinem Grossvater hätte 'Der Ausländer' sicher sehr gut gefallen», wird sie in der Mitteilung zitiert. «Er hat sich zeitlebens für Menschen eingesetzt, die in irgendeiner Form benachteiligt wurden.»

nag/sda

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