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Giftgrüner Rausch und schräge Helden

Mit «Weidwund» wandeln die Kummerbuben auf neuen Wegen: Statt wie bisher Volkslieder zu erneuern, stürzen sich die sechs Berner kopfüber in ihre eigenen Songs voller Sehnsucht, Verzweiflung, Verzückung.

Spielt gern mit dem Feuer: Sänger Simon Jäggi mit seinen Kummerbuben.
Spielt gern mit dem Feuer: Sänger Simon Jäggi mit seinen Kummerbuben.
zvg/Tabea Hüberli

Zartbesaitete seien gewarnt: Es fliesst Blut. Denn weidwund ist so mancher Held im Universum der Kummerbuben. Angeschossen, verletzt, dem Tod nahe. Und doch mitten im prallen Leben. «Weidwund» nennt die Berner Truppe ihr neues Album. «Mir gefällt das Bild von jemandem, der in den Eingeweiden getroffen ist, von Helden, die schon einiges abbekommen haben», sagt Sänger Simon Jäggi. Und langsam, aber sicher habe man ein Alter erreicht, in dem man selber nicht mehr ganz unversehrt durchs Leben gehe. Kein Wunder, tauchen auf «Weidwund» Figuren auf, die ihre Jugend vergeudet haben, die mit brennenden Schuhen tanzen, denen die Kumpel die Gläser leer saufen. Die Hoffnung ist ein Katzensprung, der Nachgeschmack parliert mit dem Mund, im lauen Bier schwimmen alle Träume der Welt. Willkommen im Kosmos der Kummerbuben.

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