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Geht der Jazz vor die Hunde?

Gibt es zu viel Notenständer-Jazz? Geht die Tradition vergessen? Warum klingt so vieles nach Kunsthochschule? Jazzexperte Tom Gsteiger und HKB-Abgesandter Peter Kraut treffen sich zum Meinungsaustausch.

Die Fronten sind verhärtet: Während Tom Gsteiger (rechts) ein zunehmend Mass an postmodernem «Quatsch» im Jazz ausmacht, begrüsst Peter Kraut die Tatsache, dass sich der Jazz immer wieder neu erfindet.
Die Fronten sind verhärtet: Während Tom Gsteiger (rechts) ein zunehmend Mass an postmodernem «Quatsch» im Jazz ausmacht, begrüsst Peter Kraut die Tatsache, dass sich der Jazz immer wieder neu erfindet.
Adrian Moser

Herr Gsteiger, Sie haben in dieser Zeitung mit zwei Artikeln zum Zustand der Jazzmusik einigen Applaus aber auch gehörig Zorn und Unverständnis ausgelöst. Fassen Sie doch kurz zusammen, was Ihnen an den aktuellen Entwicklungen im Jazz missfällt.

Tom Gsteiger:Es wird heutzutage viel ­unter Jazz verkauft, was kaum mehr mit dieser Musik zu tun hat, mit ihrer Tradition und mit dem Lebensgefühl, das der Jazz vermittelt. Wenn wir den Jazz auf die drei Kernmerkmale Interaktion, Improvisation und Intuition verknappen wollen, dann finde ich diese kaum mehr in vielen heutigen Produktionen. Ich denke, das hat mitunter – aber nicht nur – mit der Akademisierung des Jazz zu tun.

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