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Expertin für Verrücktes

Als Studentin bezirzte sie das Publikum mit Salonmusik. Nun klemmt Anna Spina lieber Stricknadeln zwischen die Saiten. Bei ihren Auftritten verbindet die Berner Bratschistin Musik mit Bewegung, Sprache, Video und Live-Elektronik.

«Sehen Sie – dieses chinesische Wort: Das muss ich mit dem Bogen gestisch nachzeichnen.» Anna Spina steht in ihrem Wohnzimmer, in einem Einfamilienhaus beim Berner Rosengarten. In der einen Hand hält sie ihre Bratsche, mit der anderen zeigt sie schmunzelnd auf das Notenblatt: Grosse chinesische Schriftzeichen sind da zu sehen, die einem genauso spanisch vorkommen wie die unzähligen Vortragsanweisungen und handgeschriebenen Ergänzungen. Es ist das Solowerk «Plaie et Douceur» des Luzerner Komponisten Michel Roth. «Ein extrem anspruchsvolles Stück», sagt die Bernerin, die es vor kurzem am Lucerne Festival zur Uraufführung brachte. «Ich hatte nur drei Monate Zeit zum Einstudieren. Mir blieb nichts anderes übrig, als den ganzen Sommer durchzuüben, sogar im Hotel während der Ferien.»

Konfrontation mit Zuhörern

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