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Er war Elvis' Texter

Nachruf auf den amerikanischen Rock-'n'-Roll-Songwriter Jerry Leiber («Jailhouse Rock», «Hound Dog»).

Autoren gehen vergessen, Songs bleiben hängen. Darunter die von Jerry Leiber und Mike Stoller: Songs wie «Jailhouse Rock» oder «King Creole» für Elvis Presley, «Hound Dog» für Big Mama Thornton, zartbittere Balladen wie «Stand By Me» oder «Spanish Harlem» für verschiedene Soulsänger. Leiber schrieb die Texte, Stoller die Musik, oder wie Leiber es nannte: «Ich schrie, er spielte.»

Jerry Leiber, am 25. April 1933 in Baltimore geboren, wuchs als Sohn armer polnischer Juden in einem schwarzen Elendsviertel auf, wo er sich schon früh für afroamerikanische Musik begeisterte. 1950 lernte er in Los Angeles Mike Stoller kennen, der seine musikalische Leidenschaft teilte. Die beiden schrieben unzählige Songs und eine hohe Zahl von Hits für schwarze Performer, die von ihren stark rhythmisierten Melodien und den coolen, witzigen Texten des Duos profitierten. «Hound Dog» brachte 1953 den grossen Durchbruch. In den Texten verband Jerry Leiber Humor mit Realismus und schrieb so, wie amerikanische Teenager wirklich untereinander redeten. Der Song «Yakety Yak» zum Beispiel macht sich über den Versuch der Eltern lustig, den Slang ihrer Kinder zu kopieren. Und selbst ein niedergeschlagener Gefängnisaufstand, hart und schmutzig erzählt, klingt bei Jerry Leiber nach Ausbruch und Freiheit: «Riot in Cell Block Number 9.»

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