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Die Revolution einer 68-Jährigen

Gal Costa sorgt für Reibereien. In Montreux verweigert die brasilianische Volkssängerin dem Publikum ihre Mitsing-Schlager. Lieber gibt sie die Electronica-Avantgardistin. Ein denkwürdiges Happening.

Düstere Miene: Das geschwätzige Publikum an den brasilianischen Abenden in Montreux passt Gal Costa nicht.
Düstere Miene: Das geschwätzige Publikum an den brasilianischen Abenden in Montreux passt Gal Costa nicht.
Lionel Flusin (2013 FFJM)

Schnell ist klar: Es wird heute in Montreux kein ordinäres brasilianisches Unterhaltungsprogramm geben. Nicht mit Gal Costa. Sie hat sich auf der Bühne aufgestellt und äugt ins geschwätzige Auditorium, als wolle sie jedem einzeln hier den Hals umdrehen. Hinter ihr frickelt ein bärtiger Mann an einer bejahrten Beatbox, Gitarre und Bass steuern dem irritierende Störgeräusche bei. Sie tut es also doch: Gal Costa, die 68-jährige brasilianische Volkssängerin weigert sich, als singende Jukebox die Montreux-Kundenerwartungen zu erfüllen. Sie gibt heute Abend die unnahbare Avantgardistin. Bald wird es hier zu kulturellen Reibereien kommen, das ist klar. Brasilien ist momentan ziemlich aufmüpfig drauf.

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