«Als Büezer kann ich gut Gölä covern»

Schwäne, Indianer und Büezer in der Matte-Brennerei: Am nächsten Freitag covern ein paar Berner Musiker um Death by Chocolate Gölä und spielen als Güllä & Bänd sein komplettes erstes Album «Uf u drvo».

Güllä & Bänd geben bei einem kleinen Wohnzimmerkonzert eine Kostprobe vom Gölä-Song «Büetzer».
Sibylle Hartmann@sibelhartmann

Man kennt ihn als Gitarristen von Death by Chocolate. Der Bieler Rockband, die mittlerweile fast jedes Wochenende in der Schweiz und im Ausland spielt und sogar schon als Vorband von Bon Jovi im Letzigrund aufgetreten ist.

Am nächsten Freitag tauscht Thomas Schläppi nun Gitarre gegen Mikrofon, die grosse Bühne gegen die Matte-Brennerei und wechselt von Englisch gar ins Mundartgenre. Um einen Musiker zu covern, der so gar nichts mit Death by Chocolate gemein hat: Gölä. Oder eben Güllä, wie sich Schläppi als Coversänger des Büezers nennt.

Gleiche Akkorde

Er muss lachen, wenn er vom ersten Auftritt im Frühling 2016 mit Güllä & Bänd in der Kufa Lyss erzählt. «Ich hatte fast etwas Angst, weil ich nicht wusste, ob die Leute uns danach hassen würden.» Aber genau das Gegenteil sei der Fall gewesen. «Noch bevor ich zu singen anfing, haben die Leute den Text mitgegrölt.»

Auch beim kleinen Güllä-Wohnzimmerkonzert, das Schläp­pi mit Pianist Daniel Wyttenbach und Gitarrist Alexandre Seiler ­extra für die Berner Zeitung als Kostprobe spielt, brechen die drei ständig in Gelächter aus. «Welcher Song ist das schon ­wieder, den du da anspielst?», fragt Schläppi Wyttenbach. In der Tat basieren viele Lieder von «Uf u dervo» auf den gleichen ­Akkorden.

Genau aus diesem Grund hätten sie vor der Bandprobe – es war vor jedem Konzert genau eine – kaum üben müssen. Und Schläppi konnte sowieso alle Texte im Schlaf, weil er die Songs rauf und runter hörte, als er zum ersten Mal verliebt war. Güllä & Bänd ist zusammengewürfelt aus Musikern der Berner Bands Death by Chocolate, Bernadette und 3rd Choice. Musicaldarstellerin Hanna Kunz mimt Background-Sängerin Sandee.

Schnapsidee

Nach eigenen Angaben sind sie die erste Gölä-Coverband. «Es war tatsächlich eine Schnapsidee», erinnert sich der 30-Jährige. Sie hätten nach einem Death-by-Chocolate-Konzert in Sarnen alle zu viel Heuschnaps getrunken und auf der Heimfahrt das «Uf u dervo»- Album gehört.

Dass sie keine neueren Gölä-Hits covern, liegt an seinen aktuellen politischen Statements. «Am Anfang ging es einfach um seine Musik», sagt Schläppi. Als Gölä jedoch angefangen habe, über Studenten zu wettern, was Schläppi selber auch mal war, hätte er auch seine Musik nicht mehr so gemocht. «Weil ich unterdessen wieder ein Büezer bin, kann ich ihn aber nun gut covern», so der Teilzeit-Pösteler.

Güllä & Bänd: Matte-Brennerei, Freitag, 1. Dezember, 21 Uhr.

Berner Zeitung

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