«Wagabundis» veröffentlichen neues Album

Am grossen runden Tisch geht es laut zu und her. Alle reden und lachen durcheinander, die kleine Tochter auf dem Schoss von Sänger Dave Sieger wartet ungeduldig aufs Essen. Es raucht und dampft.

Die Mundartband Wagabundis.

Die Mundartband Wagabundis. Bild: zvg

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Akkordeonist Thomas Egger und Schlagzeuger Benedikt Utzinger stehen am Herd. Kartoffelstock und Lammragout für die Wagabundis.

Wagabundis sind eine bunt zusammengewürfelte Mundartband und haben soeben ihr neues Album «Stoubsuger» veröffentlicht – aber sie sind auch so etwas wie eine Familie. Acht ganz unterschiedliche Männer, darunter drei Brüder, die seit fast acht Jahren in nur leicht wechselnder Besetzung zusammen unterwegs sind.

Unterwegs ist dabei durchaus wörtlich gemeint, denn die Geschichte der Wagabundis ist eng mit dem Herumziehen mit Wagen und Traktoren verbunden. Einige Sommer lang tourten die Wagabundis jeweils von Campingplatz zu Campingplatz, gaben Konzerte und lebten in dieser Zeit von der Hand in den Mund. Doch die Mitglieder sind älter geworden, einige haben Familien gegründet, und die Spontaneität und Flexibilität sind gezwungenermassen etwas kleiner geworden.

So ist auch «Stoubsuger» ein gut geplantes und sauber abgemischtes Studioalbum geworden. Eine liebevoll gestaltete CD mit sympathischer Musik, Mundart mit einem Schuss Gipsy und öfter mal einem Abstecher in den Rock. Die Texte schreibt Sänger Dave Sieger. Sie handeln von der Liebe – und immer wieder von Randfiguren, wie dem Mann in «Plätzli», der täglich schweigend an der Bar sitzt, trinkt und raucht – ohne dass man diesen Menschen jemals näher kennen lernt. «U niemer weiss, wär är isch, u niemer weiss, was är süsch so macht und wo das är z Morge isst.» Dave Sieger schaut am liebsten die kleinen, unbedeutenden Schicksale an und versucht ihnen etwas Zauberhaftes zu geben – was nicht immer ganz gelingt.

Zur Musik tragen alle etwas bei, einige Lieder wurden von einzelnen Bandmitgliedern komponiert, andere zusammen in der Gruppe. Herausgekommen ist dabei ein vielfältiges Potpourri mit fröhlichen Bläsersätzen sowie Musikdosen und Gläsern, die zum Klingen gebracht werden. Ein Einfallsreichtum, der der Musik der Wagabundis eine besondere Note gibt.

Auch am grossen runden Tisch klingen nun die Gläser, das Essen ist fertig, die Wagabundis stossen auf ihr neues Album an. Und dann gehts den ganzen Februar auf Tournee. Ganz normal in ganz normalen Lokalen, denn Wagen und Traktoren bleiben diesmal zu Hause. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.02.2011, 12:11 Uhr

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