Trottoir – «Drum spränge si Morn di Gartezwärg»

Salat und dazu ein Korken, eine Golfball, ein Mixtape, ein Gartenzwerg ... Aus diesen und noch mehr Zutaten besteht das Cover der ersten EP der Mundart Band Trottoir. Ein bunter Mix aus Dingen, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen, aber doch ein harmonisches Bild ergeben. So präsentiert sich auch der Sound Berner Truppe.


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Seit Ende des Jahres 2010 steht das Line-up der Band fest und ab Anfang 2011 begannen die sechs Jungs von Trottoir mit dem Aufbau ihres Repetoires. Nach eigenen Angaben besteht dieses vorwiegend aus selbst geschriebenen Songs. Am Anfang stand das unbefreite Musik machen, meint die Band. Trottoir musste den musikalischen Weg suchen und hat ihn gefunden. Für den Weg steht auch der Name Trottoir. Zudem soll er die Deutsch- und die Westschweiz verbinden, da das Wort beiderseits geläufig ist.

Besonders beeindruckend ist das Tempo, mit welchem die Band ans Werk geht. Kaum gegründet, wurden im Mai schon drei Songs aufgenommen und auf eine CD gepresst. Die Live-Premiere und gleichzeitig die EP-Taufe fand am 29. Oktober 2011 im Opposition Lyss statt. Dabei umfasste das Set der Band bereits 18 Lieder.

Mundart ist Trumpf

Trottoir selbst will sich nicht in eine musikalische Ecke drängen lassen. «Zu gross ist der Drang nach Abwechslung, nach interessanten und neuen Kombinationen von Klängen und Rhythmen.», sagt die Band gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Auf der CD vereinen sie Elemente von Pop, leichtem Rock, Reggea und Funk mit ihrem eigenen Stil. Die Texte dazu werden in gutem alten Berndeutsch vorgetragen, halt so wie Sänger Henä «d Schnurre gwachse isch». Trottoir will Geschichten erzählen, die das Publikum versteht. Zudem könne man sich in der Muttersprache am Emotionalsten ausdrücken. Mani Matter wird hier als Vorbild genannt. Deshalb kam Englisch gar nicht erst in Frage.

Erfrischender Weise handeln die Texte nicht nur von schnöden Liebeserklärungen und gebrochenen Herzen. Trotzdem spielt das Ur-Thema der Beziehung zwischen den Geschlechtern auch bei Trottoir eine Rolle. Im Lied «Manne» wird mit einem Augenzwinkern erklärt, dass Frauen nicht zu verstehen sind. Da der Text die Sicht eines Mannes wiedergibt, wird die Aussage bewusst wieder relativiert. Im Song «Gartezwärg» geht es um die Lust den Gartenzwerg des Nachbarn zu sprengen, obwohl man doch eigentlich ganz lieb ist. Der Text zeigt, dass Menschen sich zwar für tolerant halten können, aber irgendeinmal platzt einem doch der Kragen. Es ist eine niedliche Geschichte vom Guten und Bösen in einer Person.

Musik als Lebensgefühl

Musik sei ein Lebensgefühl. Die Band verbindet sie mit Glück, Emotionen und Harmonie. Sie geht sogar noch weiter: «Es ist eine andere Welt, vielleicht die 5. Dimension in welcher alles möglich, nichts ein Müssen und alles ein Dürfen ist.» Trottoir nennt das Leben als Quelle der Inspiration für ihr künstlerisches Schaffen. Ein Song entstehe aus einer bestimmten Gemütslage. Das könne sowohl Glück und Trauer, Auf und Ab, Freude und Entäuschung, als auch Liebe und Schmerz sein.

Vom Studio hat Trottoir im Moment genug und will ihren Sound unter die Leute bringen. Deshalb konzentriert sich die Band bis im Frühling 2012 auf Live-Auftritte. Danach sind jedoch Aufnahmen für ein erstes richtiges Album geplant. Falls alles nach Plan läuft soll dies dann im Herbst 2012 erscheinen. Alle Gartenzwergbesitzer sollten sich in Acht nehmen, denn vielleicht sind Trottoir bald in ihrer Nähe. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.11.2011, 14:57 Uhr

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