Positive Anschläge, musikalisch verpackt

Reggae auf Berndeutsch – diese ungewöhnliche Kombination steckt in der Musik von «Kulturattentat». Die neun Bandmitglieder wollen mit kritischen Texten zum Nachdenken anregen und gute Laune verbreiten.

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Von zwei zu neun Mitgliedern – im Laufe der letzten Jahre hat sich die Berner Band Kulturattentat enorm vergrössert. Nachdem die beiden Gründer Samuel Deubelbeiss und Dominik Bucheli beschlossen hatten, eine Band auf die Beine zu stellen, schalteten sie eine Anzeige. Damit wollten sie neue Mitglieder gewinnen. So setzte sich Kulturattentat immer wieder neu zusammen, bis die optimale Besetzung gefunden war. Nun sind nicht mehr alle Mitglieder im Kanton Bern beheimatet. Dadurch gestaltet es sich schwierig, die Freizeit ausserhalb des gemeinsamen Musikmachens miteinander zu verbringen. «Das passiert eher in Kleingruppen», erzählt die Band. Dann gehen sie gern gemeinsam auf Konzerte anderer Künstler.

Kein Streit trotz vieler Meinungen

Kulturattentat bietet eine ungewöhnliche Kombination, Reggae mit berndeutschen Texten hört man nicht alle Tage. Alle Lieder sind selbst geschrieben, die Band selbst sieht die Texte als «nachdenklich, kämpferisch und fröhlich.» Sie sollen unter die Haut gehen und zum Nachdenken anregen. Auch gesellschaftliche und politische Themen werden dabei angesprochen. «Es wurde Zeit für positive Anschläge», erklärt die Band ihren aussergewöhnlichen Namen.

Neun Meinungen unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach, doch momentan sei die Stimmung untereinander sehr friedlich, denn «alle wollen weiterkommen.» Mit der vorigen Besetzung habe es Diskussionen wegen der Texte gegeben, das sei aber vorbei. Ärger gebe es höchstens, wenn jemand zu spät zur Probe kommt, doch das sei schnell wieder vergessen.

Platte aus der Karibik

Auch privat sind viele Bandmitglieder «reggaefanatisch», die Inspiration zu den Liedern ist das jamaikanische Lebensgefühl. Laut den Mitgliedern von Kulturattentat erfinden sich jamaikanische Künstler immer wieder neu und sie singen ebenfalls in ihrem Dialekt, damit ihr Publikum sie versteht. Für Kulturattentat ist dies auch besonders wichtig. Dass die Sprache aber manchmal eben auch gar nicht das Wichtigste ist, haben die neun Musiker in Berlin erlebt. «Die Leute verstanden kein Wort, feierten aber umso mehr», beschreibt die Band das besondere Erlebnis.

Ein konkretes Vorbild haben die Musiker nicht, aber gewisse Einflüsse sind dennoch auszumachen. Inspiration kommt von Reggae-Grösse Bob Marley oder auch Linton Kwesi Jonhson. Seeed, Phenomden und auch Mani Matter haben jedoch ebenfalls einen Einfluss auf das Schaffen von Kulturattentat.

Momentan sind Kulturattentat damit beschäftigt, ein neues Album aufzunehmen. Dieses soll im nächsten Jahr erscheinen. Ein Traum wäre es, irgendwann einmal am Rototom Sunsplash zu spielen, Voraussetzung dafür wäre allerdings, den European Reggae Contest zu gewinnen. Einen weiteren Traum hat die Band auch noch: Einmal ein Album in der Karibik aufnehmen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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