Ohne Mark Fox sind die Rocker von Shakra besser denn je

Der Sängerwechsel war eine Bewährungsprobe für Shakra. Doch mit dem achten Album «Back on Track» beweist die Emmentaler Hardrockband erneut ihr gutes Händchen für Frontmänner. John Prakesh macht die Gruppe stärker denn je.

Stärker denn je: Shakra mit dem neuen Sänger John Prakesh (Mitte).

Stärker denn je: Shakra mit dem neuen Sänger John Prakesh (Mitte).

(Bild: zvg)

Kein Shakra-Fan hätte je damit gerechnet: Mark Fox, langjähriger Sänger und Aushängeschild der Emmentaler Hardrocker, hat seiner Exband einen Gefallen getan, als er Ende Oktober 2009 den Hut nahm.

Zwar hat der Frontmann mit seiner unverkennbaren Stimme während vieler Jahre wesentlich zum Charterfolg von Shakra beigetragen. Er war bei den Fans beliebt, und sein Austritt wurde landesweit bedauert. Doch jetzt, da «Back on Track» – das Resultat der Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger John Prakesh – vorliegt, ist klar: Mark Fox und Shakra hatten nicht nur auf persönlicher Ebene ihre Differenzen, auch musikalisch wäre mehr dringelegen. Dies zeigt der neue Frontmann mit indischen Wurzeln, der den bleichen Emmentalern ungeahnte Schärfe einpfeffert.

Prakesh hat die Bremse gelöst

Shakra hat mit John Prakesh einen augenfälligen Frontmann, eine starke Stimme und einen noch stärkeren Bandmotor gefunden. Obwohl es schon dem 2009er-Album «Everest» (damals noch mit Mark Fox) nicht an Drive fehlte, scheint mit John Prakesh eine versteckte Bremse gelöst worden zu sein. Die Band strotzt vor Tatendrang und neuer Energie, und sie lässt es tempomässig krachen wie nie zuvor. Die Gruppe ist aus ihrem bisherigen, vergleichsweise gemächlichen Hardrocktümpel in eine erfrischend rasante Rockliga emporgestiegen.

Songs wie «B True B You» oder «MMTWGR» (Money makes the world go round) sind wahre Rifforgien und repräsentieren den neuen Pep der Band am besten. Die Titel «Crazy» oder «Back on Track» greifen mit dem Gute-Laune-Zahnrad, sind äusserst eingängig und ideal zum Mithüpfen.

Balladen gehen unter

In der Vergangenheit waren es mehrheitlich langsame Nummern wie «Immortal», «Love Will Find a Way», «Why» und «Acheron’s Way», die Shakra auskoppelten und zu ihrem Markenzeichen machten. Balladen, mit denen die Band (und insbesondere Balladenkönig Mark Fox) das breite Publikum und nicht nur hartgesottene Rockfans ansprachen.

Die neuen Slownummern «When I See You» und «Lonesomeness» sind dagegen die einzige Schwäche der erstarkten Band. Das ist nicht weiter schlimm, denn Balladen wird die Band künftig gar nicht mehr brauchen. Sie lösen bei den Fans höchstens noch schmerzliche Erinnerungen an Mark Fox aus, denn das Terrain der gesungenen Gefühle war ausschliesslich seins. Mit Prakesh erobert Shakra nun das Terrain des ungebremsten Rock.

Shakra: «Back on Track», Sony, erhältlich ab Freitag. CD-Taufe: Morgen Donnerstag, 21 Uhr, Kupferschmiede Langnau.

Berner Zeitung

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