«Keini Träne meh» bei Florian Ast und Francine Jordi

Francine Jordi und Florian Ast – privat und geschäftlich ein Paar: Gestern Montag stellten sie ihr Duettalbum «Lago Maggiore» den Medien vor. Herzig bis herzzerreissend.

Paarlauf, privat und geschäftlich: Florian Ast und Francine Jordi mit ihrem Album «Lago Maggiore».

Paarlauf, privat und geschäftlich: Florian Ast und Francine Jordi mit ihrem Album «Lago Maggiore».

(Bild: Marcel Bieri)

Nina Kobelt@Tamedia

Florian Ast sieht nicht gut aus. Verkrampft und mit gerunzelter Stirn sitzt er auf dem Korbsessel. Man sieht es ihm an: Wenn nicht weit wegrennen, würde er jetzt gern seine Sonnenbrille aufsetzen. Francine Jordi und Sven Epiney lächeln ihm aufmunternd zu, immer wieder. Vergeblich.

Dabei hätte er Grund, locker in die Kameras zu grinsen: Die Handvoll Medienvertreter sind schliesslich auch seinetwegen hier, im «Chutz» in Oberbuchsiten. Holzkäuze, ausgestopfte Murmeltiere und Modellhirsche zieren das Säli des Restaurants, wo Ast und Jordi ihre Bodenständigkeit zelebrieren und ihr Werk vorstellen wollen: «Lago Maggiore» heisst es (aus unerfindlichen Gründen) und enthält Duette des Liebespaars.

Gölä mischte mit

Erst versucht aber Sven Epiney die Runde aufzulockern. Der Moderator und Freund des Künstlerpaars ist extra für die Präsentation des Albums ins Solothurnische gereist – an seinem freien Tag. Auch er hat die Duette erstmals am Tag zuvor gehört – und hat auch schon ein Lieblingslied: «Stärn» heisst es und handelt von Menschlein, die sich fragen: «Wie heit dir n’ang gärn, uf däm angere Stärn?». Vielleicht so öffentlich wie die beiden Protagonisten Jordi und Ast, die ihre Verliebtheit an die Öffentlichkeit trugen? Wer weiss. Das Lied tönt wie ein Gölä-Song, wenn auch nicht ganz so verzweifelt. Kein Wunder: Marco Pfeuti hat an «Stärn» und vier weiteren Liedern mitgeschrieben. Gölä war es auch, der Ast ermunterte, nach «Träne» wieder im Duett mit Jordi zu singen. Die habe dann «stungelang» überlegt, so Ast, bis sie zugesagt habe. «Ich bin eben nicht so euphorisch wie er», entschuldigt sich Jordi postwendend.

Und dann kam alles ganz anders. Aus einem Duett wurden 13, aus den Gesangspartnern ein Liebespaar. Auf die Frage, ob das nicht alles zu viel sei, tagaus, tagein zusammen zu sein, schaut Florian Ast verständnislos. Und sagt dann langsam: «Nein, wir sind professionell, es geht um die Musik.»

Francine Jordi einmal anders

Und diese Musik geht natürlich ans Herz. Vier Songs werden an diesem heissen Montagnachmittag im «Chutz» vorgestellt. Ast rutscht dabei auf seinem Sessel herum. Wie ein Lausbub mit Augenringen sieht er aus, als die ersten Töne erklingen, wie einer, dem es ganz und gar nicht wohl ist. Ganz anders Francine Jordi. Die wiegt sich hin und her, mit leuchtenden Augen. Und strahlt und strahlt und strahlt. Böse Zungen werden die Lieder als gut gesungene «Musicstar»-Duette bezeichnen. Fans werden sie lieben – wohl auch wegen des ganzen Drumherums. Und weil es dem Produzenten Florian Ast gelungen ist, Tonlagen anzugleichen: Jordi singt tiefer als sonst, und das steht ihr gut.

Asts Hund ist übrigens auch noch zu hören – im Song «Am Ziel». Der habe sich konzentriert, erzählt Ast. Und entspannt sich endlich und mit ihm auch seine Partnerin, die aufhört, mit der CD auf dem Schoss herumzunesteln. Ein schönes Bild: Jordi, Ast und Epiney wiegen sich verträumt lächelnd zur letzten Ballade.

«Lago Maggiore» (Phonag) ist ab nächstem Freitag erhältlich. Francine Jordi und Florian Ast treten am Samstag in «Benissimo» (SF1) auf und gehen gemeinsam auf Tournee. Konzert in Bern: 9.12.

Berner Zeitung

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