Junger Berner legt erstes Mundart R'n'B-Album vor

Ehrliche Texte, viel Herzschmerz und eine neue musikalische Stilrichtung auf Mundart: Diese Woche erscheint das R'n'B-Album von Cabarandi, das der Berner komplett im Alleingang produziert hat.

Das Video zum Song «Hüt am Abe» des Berner Cabarandi


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Sentimental gerappt, gesungene Texte, düstere Stimmung und eine schöne Frau in Unterwäsche: So kommen die beiden Videos vom neuen Album des Berners Cabarandi, das am Freitag erscheint, daher. Ganz im Stile seiner musikalischen Vorbilder legt der 21-Jährige mit «Nachtigall» das erste R'n'B-Werk auf Mundart überhaupt vor.

Anstatt auf die grösstmögliche musikalische Reichweite zu setzten, geht Sacha Hügli, wie Cabarandi mit bürgerlichem Namen heisst, mit seinem neuen Werk ein Wagnis ein. Obwohl er selber den Markt für Schweizer R'nB als klein einschätzt. «Auch wenn es kitschig klingt, wollte ich mir selber treu bleiben und habe nicht auf Pop gesetzt, nur um mehr Leute zu erreichen», sagt er. Mit seinem Mix aus Rap und Gesang habe er seinen musikalischen Weg gefunden.

Dieser begann, als Cabarandi 15 Jahre alt war. Mit 19 erschien sein Erstling, der mit dem Track «Schloss» ein erstes Mal für Aufsehen sorgte. Bei seinem nächsten Projekt, einer EP, arbeite er mit dem deutschen Rapper Akurat zusammen und trat mit ihm auch in Deutschland auf.

Zwei Jahre in Album investiert

An «Nachtigall» hat der Berner insgesamt zwei Jahre gearbeitet. Der Grund dafür liegt darin, dass er das Album komplett im Alleingang gemacht hat; von den Beats, über die Aufnahmen, bis hin zum Artwork des Covers. «Weil ich am Anfang meines Schaffens nur wenig Leute aus dieser Musikszene kannte, musste ich mir das alles selber beibringen.»

Entstanden ist ein ureigener Musikstil. Gerade weil es in der Schweiz kaum jemand anderen gibt, der R'nB' auf Mundart macht, habe er bis auf Tas'Shan und Chilli Mari weitgehend auf Features verzichtet. «Ich hatte Angst davor, jemand allzu Berühmtes zu featuren, weil es hätte heissen können, ich wolle mich damit nur hochziehen.» Lieber gehe er seiner eigenen, ehrlichen Weg.

«Es hat Überwindung gekostet, über Gefühle zu rappen»

Ehrliche sind auch seine Texte, die in erster Linie von Liebe und Herzschmerz handeln - und zum Teil auch autobiographisch sind. «Am Anfang hat es Überwindung gekostet, weil es in der Rapszene ungewöhnlich ist, über seine Gefühle zu schreiben», erklärt der Berner. Um dem polygamen Rap-Ding, wie er es nennt, entgegen zu wirken, handeln alle seine Texte bewusst von ein und derselben Frau.

Wenn das Album nun endlich auf den Markt kommt, freut sich Hügli vor allem darauf, sein Werk dem Publikum auf der Bühne zu präsentieren. Die erste Möglichkeit hat er am 12.Dezember in der Kufa in Lyss. Getauft wird seine «Nachtigall» am 8. Januar in der Mahogany Hall in Bern.

www.cabarandi.ch

(Berner Zeitung)

Erstellt: 02.11.2015, 15:43 Uhr

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