«Ich mache gern Musik, die berührt»

Ein zierliches Persönchen, das Stadien füllt. Und so sympathisch: Heute tritt Helene Fischer in der neuen Schlagershow des Schweizer Fernsehens auf. Wir haben sie vor den Proben getroffen.

«Ich bin sehr dankbar, dass ich tolle Gene habe»: Die deutsche Schlagersängerin Helene Fischer tritt heute im Schweizer Fernsehen auf.

«Ich bin sehr dankbar, dass ich tolle Gene habe»: Die deutsche Schlagersängerin Helene Fischer tritt heute im Schweizer Fernsehen auf.

(Bild: Sandra Ludewig/zvg)

Nina Kobelt@Tamedia

Dieses Strahlen. Helene Fischer tritt in den grosszügig gestalteten Private Room im Hotel Park Hyatt in Zürich und füllt diesen allein mit ihrer Anwesenheit aus. Sie lässt sich ein Glas Wasser einschenken und bestaunt entzückt die Tischdekoration – ein Gesteck aus Kaktus und trockenem Holz. «Wie hübsch», sagt sie. Ihre Stimme ist klar, wie die eines schönen, exotischen Vogels. Sie trägt eine weite Bluse und sieht erholt aus («ich war gerade im Urlaub»). Fotografieren darf man sie aber nicht und auch keinesfalls Fragen stellen zu ihrer Beziehung mit Partner Florian Silbereisen. Aber dazu, dass ein Politiker in Deutschland dieser Tage verhindern will, dass sie auf einem Volksfest auftritt, weil die Fans bei «Atemlos durch die Nacht» zu laut mitsingen würden. Das amüsiert sie sehr, sie findet es «herrlich». Jetzt setzt sie sich und versinkt fast im Stuhl mit Stoffbezug. Denn Helene Fischer ist zierlich. Und Helene Fischer füllt Stadien mit links.

Helene Fischer, auf der Bühne haben Sie Tausende von Menschen vor sich. Macht Ihnen die Masse keine Angst? Komischerweise gar nicht. Ich finde es eher bedrückend, in einer kleineren Halle zu stehen. Je grösser die Location, je voller der Saal oder die Arena, desto wohler fühle ich mich. Es ist ein Gefühl der Freiheit.

Dann vermissen Sie also auch nicht das Intime eines Clubs? Das kann man eigentlich nicht vergleichen. In kleineren Locations hat man einen direkteren Kontakt zum Publikum, was mir auch sehr viel Spass macht. Es ist kuscheliger und intimer.

Sie haben einmal gesagt, ein Star zu sein, sei beengend. Manchmal wünsche ich mir, nicht so sehr im Mittelpunkt zu stehen, das kann ziemlich anstrengend sein. Aber ich erlebe so viele tolle Dinge, da kann ich damit sehr gut leben.

Ist es denn nicht auch beengend, bis Ende Jahr ausgebucht zu sein mit so vielen Konzerten und TV-Shows, wie etwa die heute Abend? Nein. Es ist schön zu sehen, dass die Menschen zu meinen Konzerten kommen wollen. Ich empfinde eine grosse Vorfreude!

Wann kommen Sie nach Bern? Oh, das kann ich nicht sagen. Wir könnten ja ein Stadion bauen! (Lacht)

Es gibt eines. Oh! (Zum Manager: Aber warum treten wir denn dort nicht auf?) Ich schaue mir das mit meinem Management einmal an!

Singen Sie auch privat? Ja, natürlich. Während der Tournee bin ich zwar froh, wenn ich nicht singen muss. Aber auch ich singe mit, wenn ich im Radio einen tollen Song höre oder unter der Dusche stehe.

Waren Sie ein Schlagerkind? Ja! Ich bin, wie soll ich sagen, musikalisch sehr multikulti aufgewachsen. Meine Schwester ist sechs Jahre älter, durch sie kam ich an die Popmusik ran. Wir beide sind jeweils bei Familienfesten aufgetreten. Das waren meistens deutsche Lieder, die wir durch unsere Grossmutter mit auf den Weg bekommen haben. Es war immer der grosse Wunsch unserer Oma, dass wir auch gemeinsam singen, wie sie es schon mit ihren Geschwistern getan hat.

Haben Sie eigentlich nie Lust, Englisch zu singen und so noch mehr Leute zu erreichen? Auf meinen Konzerten singe ich ja manchmal Englisch. Aber ich habe jetzt nicht das dringende Bedürfnis, die Welt zu erobern (lacht) Ich denke, wenn das Schicksal das mit mir vorhat, wird sich schon ein Türchen öffnen, durch das ich dann gehe.

Gibt es Dinge, über die Sie nie singen würden? Ich habe mich öffentlich schon immer von politischen Themen distanziert. Natürlich wünsche auch ich mir den Weltfrieden, aber ich möchte das nicht in meinen Liedern ausdrücken, und ich will mit meinen Texten nicht zu viele Diskussionen auslösen. Das bin ich nicht. Ich bin mehr der Typ, der gern Musik macht, die berührt, Musik, in der sich die Menschen wiederfinden.

Ihr gutes Aussehen ist immer wieder ein Thema. Kürzlich hat etwa Ihr Kollege Andreas Gabalier Sie in einem Interview einen «feschen Hasen» genannt. Stört Sie das? (Lacht) Solange man mich nicht nur über mein Äusseres definiert, habe ich überhaupt keine Probleme damit. Im Gegenteil, ich bin sehr dankbar, dass ich tolle Gene habe. Meine Mama hat mir sehr viel mitgegeben.

Sie werden diesen Sommer 30. Gibts eine grosse Party? Ich bin mir nicht sicher. Weil eigentlich steht eine Party an, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, das zu organisieren. Aber ich hab es schon so oft gesagt, und hoffe, es wird gehört. Ansonsten feiere ich gern im kleinen Kreis, da muss man nachher keine Scherben aufräumen (lacht).

Berner Zeitung

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