Interlaken

Die Band Major B und ihr Spiegelbild

InterlakenPlattentaufe im Goldenen Anker in Interlaken: Am Samstag stellte die Band Major B die Scheibe «Spiegelbild» vor. Entstanden ist sie im Studio von Andreas Hunziker.

Anker-Wirt und Götti René Sutter (r.) gratuliert  den CD-Vätern (v.l.) Säm Spörri, Luca Ariu und Sam Moser zur geglückten Taufe.

Anker-Wirt und Götti René Sutter (r.) gratuliert den CD-Vätern (v.l.) Säm Spörri, Luca Ariu und Sam Moser zur geglückten Taufe. Bild: Anne-Marie Günter

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Und immer wieder: Mit Rockpop und Dialekt wollen junge Oberländer Musiker ihrem Publikum etwas sagen. Und das nicht nur virtuell, sondern mit etwas Handfestem, einer CD. Auch wenns kein Geschäft wird. «Es gibt Leute, die gern etwas von uns in der Hand haben», ist denn auch Samuel Moser, Bassist von Major B, überzeugt. Der Bandname hat rein nichts mit einem militärischen Grad zu tun, eher mit dem Durakkord oder mit einem Mehr von angenehmen B-Dingen, zum Beispiel Bier.

Die Scheibe «Spiegelbild» wurde im Tonstudio von Andreas Hunziker gemacht und im «Goldenen Anker» getauft. Gespiegelt wird darauf, was das Taufkonzert im Anker live bot: ein Konglomerat von Stilschnipseln, Gedankenblitzen, Instrumentenmix und Überzeugtheit: Der Major-B-Sound ist überraschend eigenständig. Stark daran beteiligt ist die Bläsersektion mit Sam Spörri, Andi Beer und Xander Zulliger.

Sänger Gianluca Ariu dringt mit seiner Italianità-Stimme aber problemlos durch. Arrangementvariationen lassen die Perkussionsperlenketten von Claudio Peppe, die Läufe von Keyboarder Raphael Wüthrich und die Gitarrensoli von Patrick Aurich im grundsätzlich doch melodiösen Gesamtklang deutlich aufscheinen. Und die Botschaft? Schnee, medialer Unterhaltungsbrunz, Sunntigsfrauen, Babyprobleme, Wolkenschweben und das kapitalgesteuerte Wirtschaftswachstum.

Im Sommer am Brienzersee

Mit MC Juli, dem mit durchdachten Texten agierenden Rapper aus Interlaken, gings auf den Spuren von Stiller Has noch etwas «Dr Aare na». Als Vorband agierte das Brienzer Quartett Container 6, das sich von Kindsbeinen an kennt und 2006 im Vorprogramm von Christina Aguilera im Zürcher Hallenstadion auftreten durfte.

Ihren Stil bezeichnen die vier Männer als «Mundie-Rock». Unabhängig, Dialekt, viel fadengrader Rock’n’Roll und Selbstironie. Container 6 «plegeret» in der Sommerzeit am Brienzersee, und Sänger Tom wirft wortspielend und schweisstreibend die Frage auf, warum er keine Frau hat. Die Taufstimmung war gut; es hätten aber noch mehr Taufgäste im Anker Platz gehabt. (Berner Oberländer)

Erstellt: 18.05.2015, 09:35 Uhr

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