Die Alleskönnerin

Die kanadische Jazz-Musikerin Bria Skonberg ist noch bis Ende Woche zu Gast in Marians Jazzroom in Bern.

Bria Skonberg - High Hat, Trumpet, and Rhythm. Quelle: Youtube/Paste Magazine

Sie ist Mitte 30 und die grosse Hoffnung für den Hot Jazz. Bria Skonberg, Jahrgang 1983, kommt aus Kanada und beherrscht das Clarion, eine französische Bezeichnung für eine spezielle Trompete, virtuos. Ihr kraftvolles Spiel ist Jazzlegende Louis Armstrong verpflichtet, ihr heiserer Gesang von der US-Jazzsängerin Anita O’Day inspiriert und ihr unverkrampftes Auftreten einfach erfrischend. Skonberg ist nicht nur Trompe­terin und Sängerin, die Frau mit dem entwaffnenden Lächeln ist auch eine talentierte Song­writerin.

Skonberg hat sich dem Mainstream und Traditional Jazz verschrieben. Wenn sie die Konvention pflegt, ist der Blick auch immer nach vorne gerichtet. Es ist ein Sound zum Cocktail am Abend, lebendig, innovativ. Zur rauchigen Stimme gesellen sich Melodien mit Schwung und Pfiff. 2015 erhielt Skonberg den «Jazz at Lincoln Center»-Swing-Award und gründete das New York Hot Jazz Festival.

Aufgewachsen ist das Multitalent in Chilliwack, British Columbia. Ihr Weg als Jazzmusikerin umfasst viele Stationen. In Vancouver leitete Skonberg die Formation Bria’s Hot Five und The Big Bang Jazz Band. 2009 entstanden erste Aufnahmen, und sie trat als Solistin und Sängerin auf. Ihr Fieber für die heissen Rhythmen zeigt sich auch in der Mitgründung der Frauenband Mighty Aphrodite.

Wer es im Jazz zu Ruhm bringen will, für den ist ein Aufenthalt in New York Pflicht. Skonberg nistete sich im Big Apple ein und arbeitete dort mit den Grössen der Branche. Ihr Debütalbum «Fresh» legte sie vor gut zehn Jahren vor. Darauf interpretierte Skonberg gekonnt Standards von Bert Kaempfert oder Janis Joplin. 2012 folgte die Scheibe «So Is the Day». Von 2005 bis 2011 wirkte Skonberg bei zwölf Aufnahmesessions mit und schob 2014 ihr drittes Werk «Into Your Own» nach. Ihre Kreativität blieb nicht ohne Folgen: 2006 erhielt Skonberg den CBC Jazz Award of Merit und 2007 wurde sie auf dem Breda Jazz Festival mit dem Kobe Jazz Street Award ausgezeichnet.

Das aktuelle Album «With a Twist» ist eine sprühende Liebeserklärung an New York und enthält mit einen Stapel an frischen Standards, gelungenen Überraschungen oder coolen Covers wie Leonard Cohens «Dance Me to the End of Love». Nun macht die Musikerin mit ihrem Quartett in Bern halt, wo sie zum ersten Mal im «Marians» auftritt. Die Künstlerin wird von Chris Pattishall am Piano, Eric Wheeler am Bass und Darrian Douglas am Schlagzeug begleitet. Peter Wäch

Konzerte: 6. bis 10. Februar, Marians Jazzroom, Bern. www.mariansjazzroom.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.02.2018, 11:28 Uhr

Bria Skonberg

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