«A-ha ist unser Schicksal»

Norwegens erfolgreichste Popband ist zurück – und klingt wie vor dreissig Jahren. Ein Gespräch mit dem Trio, das sich gerne aus dem Weg geht – über die Kunst des Comebacks, das neue Album und das Geheimnis von A-ha.

A-ha 2015: (von links) Magne Furuholmen, Morten Harket und Paul Waaktaar-Savoy.

A-ha 2015: (von links) Magne Furuholmen, Morten Harket und Paul Waaktaar-Savoy. Bild: zvg

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Ein ungewohnter Anblick: Magne Furuholmen (53) links, Morten Harket (55) in der Mitte, Paul Waaktaar-Savoy (53) rechts. An einem heissen Spätsommertag sitzen die drei Männer von A-ha in ihrer Interviewsuite im Berliner Regent-Hotel. Zusammen. Das hat es seit Menschengedenken nicht gegeben.

Und nicht nur das. Norwegens erfolgreichste Popmusiker, die seit «Take On Me» vor dreissig Jahren nie ganz weg vom Fenster waren und wirklich nur sehr subtil gealtert sind, scheinen sich sogar blendend zu verstehen. Man denkt: Noch lieber, als über ihr anständiges Comebackalbum «Cast in Steel» und die Umstände ihrer Wiedervereinigung zu reden, würden sich die drei jetzt gegenseitig Handyfotos zeigen und quatschen. Was sie anfangs auch tun.

Sie treffen sich ausserhalb von Interviews und sonstigen A-ha-Aktivitäten wohl nicht oft, was?
Morten Harket: Nein, wir hängen tatsächlich nicht miteinander ab. Das haben wir auch früher nie getan. Wir führen immer schon drei komplett separate Leben. Paul Waaktaar-Savoy: Wir haben total unterschiedliche Interessen und Hobbys. Was uns verbindet, das ist A-ha.

Als Sie vor fünf Jahren das Ende von A-ha verkündeten, wirkte das sehr glaubwürdig und bestimmt. Jeder dachte, es sei wirklich vorbei.

Harket: Wir dachten das wirklich auch. Ich verstehe aber nicht, warum sich die Leute so schwer damit tun, dass wir zurück sind. Als wir auseinandergingen, war das echt. Die Trennung auf Zeit war notwendig für uns, wir wollten andere Erfahrungen sammeln und neue Möglichkeiten ausprobieren. Aus meiner Sicht hat uns die Pause gutgetan. Wir haben alle an die Trennung geglaubt. Und unser Comeback jetzt ist genauso echt. Waaktaar-Savoy: Es stimmt, wir haben gesagt, wir kommen nicht mehr zurück. Aber wenn wir nun weggeblieben wären, obwohl wir wieder Lust hatten auf A-ha, wäre das ja noch unehrlicher gewesen. Warum sollen wir es uns selbst so schwer machen? Magne Furuholmen: Ich persönlich hätte sehr gut ohne A-ha weitermachen können und war auch der Letzte von uns, der an Bord kam. Aber nun bin ich zu hundert Prozent froh, mich für A-ha entschieden zu haben.

Was ist das eigentlich für ein besonderer Geist, der diese Band so einzigartig macht?
Furuholmen: Man kann das nicht in kluge Worte fassen. A-ha ist ein sehr, sehr starkes Gefühl, ein dicker Strang in unserer jeweiligen DNA. Zu dritt erreichen wir etwas, das wir allein nicht zu erreichen imstande sind. Harket: Ich glaube, A-ha ist ein Organismus, der längst sein Eigenleben hat. Wir drei haben vor dreissig Jahren etwas in die Welt gesetzt, und wir haben es dort gelassen. A-ha lebt jenseits von uns dreien, dieses Ding hat seinen eigenen Charakter. Wir sind in gewisser Weise seine Pfleger. Wir sorgen dafür, dass es A-ha gut geht.

Ist «Cast in Steel» für Sie ein typisches A-ha-Album?
Waaktaar-Savoy: Was ist «typisch A-ha» oder «A-ha pur»? Unterschiedliche Menschen verstehen darunter unterschiedliche Dinge, daher lässt sich nicht einmal mit Ja oder Nein antworten. A-ha, das bedeutet für uns an erster Stelle Melodien, dann der Rest: Mortens Stimme, die Synthesizer, die Gitarre. Harket: Wir drei sind nie synchron, was die Ausrichtung eines neuen Albums angeht. Manchmal will es einer mehr Retro, der andere weniger, der eine mehr Gitarre, der andere mehr Synthies. Auf dem neuen Album haben wir nach langer Zeit wieder mit dem Produzenten Alan Tarney gearbeitet, der bei unseren ersten drei Platten dabei war. Alans Arbeit hat sicher zu dem Eindruck beigetragen, dass «Cast in Steel» ein klassisches A-ha-Album ist.

Wissen Sie schon, wann Sie die nächste Bandpause verkünden?
Furuholmen: 2015 und 2016 werden ganz im Zeichen von A-ha stehen. Wir freuen uns sehr auf die Tournee, es wird grossartig. Was ab 2017 kommt, wissen wir noch nicht. Wir schliessen nichts aus und haben nichts geplant. (Berner Zeitung)

Erstellt: 31.08.2015, 11:52 Uhr

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