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Wie Phönix aus der Erbmasse

Bei Dobiaschofsky kommt ein Gemälde des Deutschen Christian Schad unter den Hammer, das als verschollen galt. Die Stationen, die es bis zur Versteigerung durchlaufen hat, zeigen, wie der Kunstmarkt die Geschichte umschreiben kann.

Karikatur: Max Spring

Es war an den Expertentagen des Berner Auktionshauses Dobiaschofsky 2012: Jemand brachte ein Gemälde vorbei, ein Erbstück. Die expressive Strassenszene in Grautönen stammt aus dem Jahr 1916, trägt den Titel «La rue des vices» und ist vom deutschen Maler Christian Schad (1894–1982) signiert. Jan Scharf, Kunsthistoriker und Direktor von Dobiaschofsky, recherchierte im Werkkatalog des Künstlers und stellte fest, dass es sich um das verschollene Gemälde «Lasterstrasse» handeln könnte. In der Öffentlichkeit wurde dieses zuletzt 1917 in einer Genfer Atelierausstellung gesehen, danach verlieren sich die Spuren. War es nun in Neuenburg wieder aufgetaucht, nachdem es Jahrzehnte in unbekanntem Privatbesitz war? So oder so: Scharf nahm das Bild mit nach Bern.

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