Zum Hauptinhalt springen

Wie Hermann Görings Beute ins Kunstmuseum Bern kam

Die Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Paul Rosenberg (1881–1959) ist durch den Fall Gurlitt ins Bewusstsein geraten. Bilder Rosenbergs gelangten auch in die Bundesstadt. Eine Spurensuche.

Oliver Meier
Von Camille Corot – oder etwa doch nicht? Das Bild «Port de Toulon» gibt manche Rätsel auf.  1946 wird es im Kunstmuseum als Raubkunstwerk deponiert, später der Institution geschenkt.
Von Camille Corot – oder etwa doch nicht? Das Bild «Port de Toulon» gibt manche Rätsel auf. 1946 wird es im Kunstmuseum als Raubkunstwerk deponiert, später der Institution geschenkt.
zvg
Paris, 2. Dezember 1941: Reichsmarschall Hermann Göring im Museum Jeu de Paume beim Betrachten zweier Bilder von Henri Matisse. Beide Werke wurden von den Nationalsozialisten aus der Sammlung Rosenberg geraubt – so wie das Bild «Hafen von Toulon», das  ebenfalls 1941 im Jeu de Paume landete, bevor es via Berlin in die Schweiz kam. Archives des Musées nationaux
Paris, 2. Dezember 1941: Reichsmarschall Hermann Göring im Museum Jeu de Paume beim Betrachten zweier Bilder von Henri Matisse. Beide Werke wurden von den Nationalsozialisten aus der Sammlung Rosenberg geraubt – so wie das Bild «Hafen von Toulon», das ebenfalls 1941 im Jeu de Paume landete, bevor es via Berlin in die Schweiz kam. Archives des Musées nationaux
Archives des Musées nationaux
Theodor Fischer (1878–1957): Der Gründer der Galerie Fischer in Luzern war der wichtigste Geschäftspartner der Nazis in der Schweiz  und wurde nach dem Krieg verklagt.
Theodor Fischer (1878–1957): Der Gründer der Galerie Fischer in Luzern war der wichtigste Geschäftspartner der Nazis in der Schweiz und wurde nach dem Krieg verklagt.
Galerie Fischer
Gewichtiger Player im heiklen ???Rückgabeprozess: Max Huggler (rechts, 1903–1994), Professor  für?Kunstgeschichte in Bern und Direktor des Kunstmuseums Bern zwischen 1944 und 1965. Hier in einer  Aufnahme mit dem polnischen Kulturminister  bei der Eröffnung einer Ausstellungin Warschau (1965).Dodis/zvg
Gewichtiger Player im heiklen ???Rückgabeprozess: Max Huggler (rechts, 1903–1994), Professor für?Kunstgeschichte in Bern und Direktor des Kunstmuseums Bern zwischen 1944 und 1965. Hier in einer Aufnahme mit dem polnischen Kulturminister bei der Eröffnung einer Ausstellungin Warschau (1965).Dodis/zvg
zvg/Dodis
Kein Corot! Auszug aus dem Brief von Dieterle ans Museum, 1959.
Kein Corot! Auszug aus dem Brief von Dieterle ans Museum, 1959.
zvg
Nicht mehr in der Sammlung:  Karteikarte zum Werk «Hafen von Toulon» aus dem Archiv Kunst- museum Bern. «1963 an Galerie Meissner verkauft» (Fr. 7000.–).
Nicht mehr in der Sammlung: Karteikarte zum Werk «Hafen von Toulon» aus dem Archiv Kunst- museum Bern. «1963 an Galerie Meissner verkauft» (Fr. 7000.–).
zvg
Wieder unter dem Hammer: Sotheby's bietet das Hafengemälde 2007 in einer Auktion an.  Als Gemälde von Camille Corot. Schätzwert: Umgerechnet 290'000 bis 440'000 Franken. Wo sich der «Hafen von Toulon» heute befindet, bleibt offen – bei der Sotheby's-Auktion 2007 fand sich kein Käufer.Screenshot
Wieder unter dem Hammer: Sotheby's bietet das Hafengemälde 2007 in einer Auktion an. Als Gemälde von Camille Corot. Schätzwert: Umgerechnet 290'000 bis 440'000 Franken. Wo sich der «Hafen von Toulon» heute befindet, bleibt offen – bei der Sotheby's-Auktion 2007 fand sich kein Käufer.Screenshot
Screenshot
«Femme endormie» von Gustave Courbet  (1819–1877).
«Femme endormie» von Gustave Courbet (1819–1877).
zvg
1 / 10

Die Karteikarte hat es in sich. Inventarnummer 1649 steht darauf. Links der Werktitel: «Port de Toulon». Daneben eine Abbildung des Gemäldes. Es zeigt abgerüstete Kriegsschiffe in Toulon, dem Heimathafen der französischen Marine am Mittelmeer.

Darüber ein hoher, verhangener Himmel, geschaffen nach dem Vorbild britischer Landschaftsmaler. Quer über die Karteikarte ist ein schwarzer Strich gezogen worden. Was er bedeutet, zeigen handschriftliche Anmerkungen: «kein Corot» steht da. Und: «1963 an Galerie Meissner verkauft».

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen