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Museum voller Fälschungen wird geschlossen

Die chinesischen Behörden haben im Norden des Landes ein Ausstellungshaus mit gefälschten Sammlungen dicht gemacht und Ermittlungen gegen seine Gründer eingeleitet.

Die Ausstellung in Erpu in der Provinz Hebei habe «keine Qualifikation, ein Museum zu sein, da seine Sammlungen gefälscht sind», hiess es. Die staatliche Zeitung «Global Times» zitierte am Dienstag einen örtlichen Behördenvertreter. Die Ermittlungen gegen die Ausstellungsmacher seien eingeleitet worden, nachdem Bürger Geldverschwendung durch das Museum angeprangert hatten. Der Bau hatte 540 Millionen Yuan (83 Millionen Franken) gekostet.

Der staatliche Sender China Radio International veröffentlichte auf seiner Website Fotos einer Vase mit grünen Tieren im Comic-Stil, unter ihnen ein lachender Krake. Sie war in dem Museum als Kunstwerk aus der Qing-Dynastie ausgegeben worden.

Mythischer Herrscher aus grauer Vorzeit

Ausserdem seien mehrere Ausstellungsstücke in den zwölf Museumsräumen als mutmassliche Stücke aus der Zeit des mythischen Gelben Kaisers Huang Di präsentiert worden, der im 27. Jahrhundert vor Christus geherrscht haben soll.

Die Exponate waren aber mit vereinfachten chinesischen Schriftzeichen versehen, die die Kommunistische Partei erst in den 1950er Jahren eingeführt hatte, wie die Zeitung «Shanghai Daily» berichtete. Der Besitzer des Museums, Wang Zongquan, ist ein hoher Funktionär der örtlichen Kommunistischen Partei.

15 bis 310 Franken für gefälschte Objekte

Nach den Berichten hatte er mehr als 40'000 gefälschte Objekte zu Preisen zwischen umgerechnet rund 15 bis 310 Franken gekauft. Die Bewohner von Erpu werfen ihm vor, Gelder aus Landverkäufen für den Ausbau des Museums veruntreut zu haben.

Auf Chinas Antiquitätenmarkt gibt es zahlreiche Fälschungen. Auch Museen voller Fälschungen wie in Erpu gebe es viele in der Volksrepublik, zitierte China Radio International den Branchenexperten Ma Weidu.

SDA

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