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Intime Fotografien aus dem Untergrund

Er lichtete Punks, Stricher, Drags und sich selber ab. Das Fotomuseum Winterthur zeigt Bilder des exzentrischen amerikanischen Fotografen Mark Morrisroe.

Ein blasser Junge mit Pickeln im Gesicht tritt aus einer schäbigen Dusche. Am oberen Bildrand steht in krakeliger Handschrift: «To Brent, selfportrait taken to answer Sex Add». Es ist das Geschenk eines Strichers an einen Freier – und eines von vier bildstarken Porträts, die den Auftakt zur monografischen Schau von Mark Morrisroe im Fotomuseum Winterthur bilden. Zu dieser Aufnahme gesellt sich die Fotografie eines jungen, gut gebauten Mannes vor nachtblauem Hintergrund. Er sitzt splitternackt in der Hocke. Der rechte Arm ist eingegipst. Das einfallende Licht fällt auf neugierige, wache Augen. Auf dem Bild rechts davon posiert ein Transvestitenpaar vor einem Spiegel. Einer hält die Kamera, der andere drückt ab. Sie lachen. Und auf dem letzten Bild der Vierergruppe blickt ein abgetakelter Drag mit weiss bepudertem Gesicht über die Schulter in die Kamera.

Die vier Selbstporträts, welche die Kuratoren Beatrix Ruf und Thomas Seelig an den Anfang ihrer Schau stellen, bringen das Umfeld des amerikanischen Fotografen Mark Morrisroe gleich auf den Punkt: Freundschaft, Travestie, Männersex und Prostitution. Man zählt die frühen Achtzigerjahre. In den einschlägigen Klubs herrscht Hochbetrieb. Es blüht die Undergroundkultur.

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