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Im Labyrinth der Erregung

Der Schweizer Filmregisseur Thomas Koerfer sammelt erotische Gegenwartskunst. Jetzt zeigt er im Kunsthaus Zürich seine unverschämte Kollektion erstmals der Öffentlichkeit.

Ich bin auch ein Sexkino. So könnte der neue Werbeslogan für das Kunsthaus ­Zürich lauten, wenn das Museum denn noch der Werbung bedürfte. Doch das braucht es nicht, solange diese Ausstellung von sich reden machen wird. Und sie wird von sich reden machen, die Schau unter dem Titel «Sinnliche Ungewissheit», diese aufsehenerregend unkeusche Privatsammlung des Schweizer Filmregisseurs Thomas Koerfer, die jetzt am Heimplatz eine kleine Bombe zündet – und en passant auch die letzten Weihen enthält, nach denen jeder Sammler aus ist: die Nobilitierung durch ein Museum.

Man hat es geahnt, man konnte davon lesen, und dennoch reibt man sich jetzt die Augen: Thomas Koerfer hat durch die Verkäufe der millionenschweren Sammlung seines Vaters – BMW-Grossaktionär und Sammler der klassischen Moderne – im Laufe der letzten 30 Jahre ein gigantisches Konvolut von Kunst erstanden. Und diese Kunst ist alles andere als langweilig: Sie dreht und wendet sich nämlich um den nackten Menschen. Diesen zeigt sie vornehmlich beim Geschlechtsakt. Als Betrachter darauf nicht zu reagieren, das ist unmöglich.

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