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Hobby-Restauratorin verunstaltet Christusbild

Mit grobem Duktus und flächigem Strich hat die über 80 Jahre alte Spanierin Cecilia Giménez in der Kirche der Ortschaft Borja ein Christus-Bild auf zweifelhafte Weise restauriert.

Gute Absicht, verheerende Folge: Das restaurationsbedürftige (vorher) und das verunstaltete (nachher) Christus-Wandbild.
Gute Absicht, verheerende Folge: Das restaurationsbedürftige (vorher) und das verunstaltete (nachher) Christus-Wandbild.

Der abgebildete Heiland gleicht eher einem unförmigen Äffchen und die alte Dame hat sich zum Spott der Netzgemeinde gemacht. Sie habe zwar niemanden um Erlaubnis gefragt, sei allerdings mit guter Absicht zu Werke gegangen, zitierte die spanische Tageszeitung «El País» den Stadtrat für Kultur, Juan Maria de Ojeda.

Schliesslich sah das Wandbild arg mitgenommen aus und die Farbe blätterte ab. Kurz entschlossen griff Giménez zum Pinsel, um das Bild auszubessern.

«Sie hat es im besten Glauben getan. Sie wollte nur ein bisschen Farbe auftragen. Die Kirche ist in einem schlechten Zustand, überall sind Flecken und der Christus ging immer mehr kaputt», sagte die Schwester der Hobby-Restauratorin, Esperanza Giménez.

Ausbesserungsarbeiten

Das Ecce-Homo-Bildnis stammt von dem nur mässig bekannten Künstler Elías García Martínez aus dem 20. Jahrhundert. «Die Familie verbrachte hier nur die Ferien. In einem Sommer hat der Künstler das Bild gemalt und es dem Dorf überlassen», sagte de Ojeda.

Die glücklose Malerin Giménez beteuert, bereits öfter kleinere Ausbesserungsarbeiten an dem Bild vorgenommen zu haben. «Der Priester wusste davon. Ausserdem konnte mich jeder in der Kirche sehen, wie ich malte», sagte die Rentnerin in einem auf der Internetseite von «El País» veröffentlichten Video.

Bislang war die Malerei der Frau allerdings nicht weiter aufgefallen. «Bis jetzt hat sie nur die Tunika nachgemalt. Das Problem ist, dass sie sich diesmal auch am Kopf zu schaffen machte - und natürlich hat sie das Bild zerstört», sagte eine Nichte.

Ecce Mono

Restauratoren sollen nun retten, was zu retten ist. Stadtrat de Ojeda ist allerdings nicht sehr optimistisch: Giménez hatte die Wand nicht vorher behandelt und eine kräftige Ölfarbe benutzt.

Nun wird die forsche Malerin im Internet mit Spott und Häme überzogen. Im sozialen Netzwerk Facebook hat sich eine Gruppe «Damen, die den Christus von Borja restaurieren» gegründet.

Dort werden Vorschläge gesammelt, wie bedeutende Kunstwerke - wie beispielsweise die Mona Lisa - verunstaltet werden könnten. Im Kurznachrichtendienst Twitter diskutieren die Nutzer über die verunglückte Restaurierung des Ecce Homo unter dem Schlagwort Ecce Mono .

SDA/phz

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