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Frühwerk des Berner Malers Franz Gertsch trifft auf Alterswerk

Das Burgdorfer Museum Franz Gertsch widmet sich ab Anfang Oktober in einer Ausstellung dem Frühwerk des Hauskünstlers. Quasi als Kontrapunkt werden die in den vergangenen Jahren entstandenen monumentalen Bilder des Vier-Jahreszeiten- Zyklus' erstmals in einem Raum zu sehen sein.

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Das Werk «Frühling» des Berner Künstlers Franz Gertsch.
Das Werk «Frühling» des Berner Künstlers Franz Gertsch.
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Die vier Bilder zeigen ein Stück Wald bei Rüschegg zu den verschiedenen Jahreszeiten. 2007 nahm der damals 77-jährige Gertsch die Arbeit an den monumentalen, fotorealistischen Gemälden auf. Für jedes brauchte er rund ein Jahr. 2011 vollendete er den Zyklus mit dem «Frühling».

Mit der erstmaligen Präsentation der Bilder in einem Raum wird ersichtlich, wie die Werke farblich harmonieren. Gertsch beschränkt sich auf eine reduzierte Farbpalette und verwendet nur wenige, aus Mineral-, Erd- und anderen Pigmenten hergestellte Farbtöne, wie es in einer Mitteilung des Museums vom Donnerstag heisst.

Mythen und Märchen

Der Vierjahreszeiten-Zyklus gilt als zentrales Element in Gertschs Alterswerk. Der Künstler selber hatte das Jahr 1969 als Startpunkt seines künstlerischen Schaffens festgelegt. In den letzten Jahren begann er sich aber vermehrt seinem Frühwerk zuzuwenden.

Nun sei es an der Zeit, diesem Frühwerk eine umfassende Ausstellung zu widmen, befanden die Museumsverantwortlichen. Die Ausstellung wird von Rainer Michael Mason in Zusammenarbeit mit dem Künstler kuratiert.

Die Gemälde des jungen Gertsch sind von einer sehr persönlichen, oft romantischen, teils gar melancholischen Haltung geprägt. Themen sind Beziehungen zwischen jungen Frauen und Männern, Landschaften, Märchen und Mythen.

Flächig und grell

Stilistisch wird der Wechsel von der Malschule Max von Mühlenens zu Hans Schwarzenbach deutlich. Bei ihm lernte Gertsch die altmeisterlichen Maltechniken und fand zu einem realistischeren Stil mit glatter Malweise.

Ab Mitte der 1960er-Jahre entstanden dann flächig vereinfachte Gemälde in greller Farbigkeit und figürliche Collagen im Stil der Pop Art. Bekannt wurde Gertsch unter anderem mit monumentalen, fotorealistischen Frauenporträts.

Gertsch wurde 1930 in Mörigen geboren. Heute lebt er in Rüschegg und ist Ehrenbürger der Gemeinde.

Die Ausstellung dauert vom 1. Oktober bis am 4. März. Im sogenannten Kabinett des Gertsch-Museums sind während dieser Zeit Aquarelle und Zeichnungen der Deutschen Künstlerin Anna Lea Hucht zu sehen. Es ist ihre erste Ausstellung in der Schweiz.

(SDA)

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