Zum Hauptinhalt springen

Düster, labyrinthisch, erotisch

Als Filmemacher ist David Lynch der Meister der Traumlogik. Dass seine düsteren Visionen auch als Fotografien oder Zeichnungen funktionieren, zeigt sich in seiner Ausstellung in Düsseldorf.

Wollte man einen altertümlichen Begriff bemühen, könnte man sagen: David Lynch ist ein Universalgenie. Mit Filmen wie «Blue Velvet» oder der Serie «Twin Peaks» schrieb er sich ins visuelle Gedächtnis der Popkultur ein, aber komplexe Künstler beschränken sich selten lebenslang auf ein einziges Medium. Und so zeigt David Lynch im Düsseldorfer Medienhafen nun sein neues malerisches und fotografisches Werk.

Nervenzusammenbruch und Unschuld

Lynch-Fans werden nicht enttäuscht sein. Denn auch Lynchs fotografische und zeichnerische Arbeiten speisen sich aus der Faszination für das Verworrene und Unheimliche und akzentuieren unsere Angst vor dem Dunklen und dem Chaos. Wie in seinen Filmen scheint der Fluchtpunkt immer im Nervenzusammenbruch zu liegen - oder der Unschuld, je nachdem. Weniger explizit als im Film fällt naturgemäss Lynchs Neigung zu sprunghaftem Erzählen, seine andauernde Kampfansage an Erzähllogik, aus. Dennoch schwingt auch in seinen Fotografien die Traumlogik als Atmosphäre mit und macht die Bilder stark.

Akte und Erotisches

Zu sehen sind in Düsseldorf Frauenakte, etwa die Fotoserie «Distorted Nudes», für die er erotische Aufnahmen aus der Frühzeit der Fotografie bearbeitete. Sonstige Motive sind verlassene Fabrikhallen, einsame Strassenzüge, beunruhigend beleuchtete Waldstücke. Aber auch Blumenmotive in Makro-Aufnahme, ähnlich den Arbeiten Robert Mapplethorpes.

Die Surrealisten dürften Lynch Pate gestanden haben für viele seiner Arbeiten. Dennoch sieht er sich selbst nicht als Surrealist, wie er dem Magazin «Art» verriet: «Sicher, ich liebe die Surrealisten. Doch ich nehme mir nicht vor, etwas Surrealistisches zu machen. Manche Leute haben ein grosses Thema, das sie mit ihren Werken erkunden wollen. Bei mir ist es umgekehrt. Ich habe einen Einfall und sage später zu mir: 'Oh, da steckt ein Thema drin.'»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch