Wer schiesst am schärfsten?

Volltreffer gesucht: Wählen Sie Ihren Favoriten aus 16 Schweizer Fotokünstlern im Rennen um den «Prix Photo 2015 Publikumspreis».

Hände hoch! Ausschnitt aus der Arbeit «Hungry women eat more salad» von Sonja Berta.

Hände hoch! Ausschnitt aus der Arbeit «Hungry women eat more salad» von Sonja Berta.

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175 Schweizer Fotografinnen und Fotografen haben dieses Jahr am Wettbewerb Prix Photo 2015 der Stiftung British American Tobacco Switzerland teilgenommen. Am 9. September werden die Gewinner in den Kategorien «Prix Photo 2015», «Preis für Professionelle Fotografen» und «Preis für Neue Talente» (bis 25 Jahre alt oder noch in Ausbildung) bei Sotheby's in Zürich bekanntgegeben.

Sie als Leser haben die Möglichkeit, unter den 16 Favoriten der Jury – die einzelnen Porträts finden Sie anschliessend in alphabetischer Reihenfolge – Ihre Lieblingsserie für den vierten Preis, den «Prix Photo 2015 Publikumspreis», auszuwählen. Dessen Gewinnerin oder Gewinner winkt die Möglichkeit, einen Monat lang gegen ein Honorar von Fr. 5000.- in den Fotoredaktionen von «SonntagsZeitung» bzw. «Le Matin Dimanche» Medienluft zu schnuppern.

Die folgende Abstimmung läuft bis am 25. August 2015.

Umfrage

Wer ist Ihr Favorit für den Prix Photo 2015 Publikumspreis?

Niels Ackermann, Conches GE

 
23.1%

Sonja Berta, Lenzburg AG

 
10.8%

M. Braschler & M. Fischer, Zürich

 
1.5%

Simone Cavadini, Morbio Inferiore TI

 
5.5%

Olivier Christinat, Lausanne

 
1.3%

J. Cortis & A. Sonderegger, Zürich

 
4.0%

Stefano de Oliveira Figueiredo, Cugnasco TI

 
2.0%

Tzivan Derveaux, Thones GE

 
17.5%

David Facrod, Vionnas VS

 
2.6%

Florence Iff, Zürich

 
7.2%

Yann Laubscher, Lausanne

 
2.4%

Catherine Leutenegger, Lausanne

 
4.9%

Flurina Rothenberger, Zürich

 
8.6%

Maurice Schobinger, St-Légier VD

 
1.2%

Rolf Siegenthaler, Bern

 
2.4%

Laurence von der Weid, Paris

 
5.1%

1184 Stimmen



Niels Ackermann (6.4.1987) studierte Politikwissenschaften in Genf. Er wurde vom L'Hebdo Magazin als einer von 100 jungen Schweizern ausgewählt, die die Zukunft des Landes vorbereiten.

Seine Arbeit «Les enfants de Chernobyl sont devenus grands» zeigt junge Leute, die in der Nähe von Tschernobyl aufgewachsen sind. Trotz fehlender Zukunftsperspektiven, einem drohenden Krieg zwischen der Ukraine und Russland und einer katastrophalen wirtschaftlichen Krise, geht das Leben weiter. Die junge Generation hat keine andere Wahl, als – oftmals mit einem naiven Optimismus – weiterzumachen.


Sonja Berta (3.7.1992) ist Fotografin, Schauspielerin und Model Sie ist halb Schweizerin, halb Finnin und wird im Herbst ihr Kunststudium an der Zürcher Hochschule der Künste beginnen.

Frauen wird gesagt, nichts zu essen, dünn zu sein, und deshalb schön zu sein. Völlerei kann eine entgegengesetzte Reaktion auf diese gesellschaftlichen Erwartung sein. Das Essen ist überall, genauso wie die Botschaft, sich dieses Vergnügen im Interesse der Weiblichkeit zu versagen. Die Bildserie «Hungry women eat more salad» wickelt das ernste Thema Ernährung in eine schützende und humorvolle Modehülle, einer Branche, in der dieses Thema leider unausweichlich ist.


Mathias Braschler (31.10.1969) und Monika Fischer (15.5.1971) arbeiten seit 2003 eng zusammen. Ihre Fotografienwurden schon weltweit in Magazinen, Büchern und Ausstellungen gezeigt. Sie verbringen ihre Zeit hauptsächlich in Zürich oder New York.

Wenn ein Guantanamo-Häftling entlassen wird, ist sein Martyrium noch nicht vorbei. Körperliche und psychische Folter und die jahrelange Haft haben tiefe Spuren hinterlassen. Die Porträts in «Guantanamo» geben den ehemaligen Häftlingen eine Stimme und ein Gesicht und zeigen, wie sie heute mit dem, was sie durchgemacht haben, zurechtkommen.


Simone Cavadini (21.11.1988) ist ein junger Künstler aus dem Tessin. Er studierte Fotografie in Lausanne und lebt und arbeitet zurzeit in Paris.

Die Ausübung der Macht im Zusammenhang mit der italienischen Fernsehunterhaltung erinnert uns an die alte Polit-Strategie, den Menschen Spiele zu geben, um sich dadurch ihre bedingungslose Zustimmung zu sichern. Die Bildserie «Res pvblica» will ein kritisches Lesen der Unterhaltung in unserer Gesellschaft anregen, indem sie auf einige Ideen eingeht, die vom Philosophen Giorgio Agamben in «Was ist ein Apparat?» entwickelt wurden.


Olivier Christinat (19.12.1963) wurde in Lausanne geboren und ist seit 1985 freischaffender Fotograf. Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen rund um den Globus gezeigt.

Nach der Entdeckung, dass die Realität mehr Phantasie hat, verliess Christinat sein Studio, um das Schauspiel der Wirklichkeit in «Histoires simples» einzufangen. Das Schwimmbad ist ein atypischer, sozialer Ort, an dem Menschen umgeben sind von Fremden, und dennoch keine Verlegenheit zeigen, was in einem anderen Kontext anders wäre.


Jojakim Cortis (19.9.1978) und Adrian Sonderegger (27.10.1980) begannen während ihrer Studienzeit an der ZHdK in 2005 zusammenzuarbeiten. Sie konzipieren und fertigen surreale Welten in Kompositionen von «inszenierter» Fotografie.

Cortis und Sondernegger lassen in ihrer Studie wirklichkeitsgetreue Modelle ikonischer Bilder von historischen Ereignissen wieder auferstehen. Doch bevor Sie das endgültige Bild aufnehmen, treten sie einen Schritt zurück: Ihre «Ikonen» sind von einer Studio-Atmosphäre umgeben und offenbaren das Making-of der Fotografie.


Stefano de Oliveira Figueiredo (28.6.1992) studiert zurzeit Architektur an der SUPSI Lugano.

Die Bildserie «Ideazione» zeigt eine Gruppe von Architekturstudenten während ihrer Arbeit im Atelier. Das Studium der Architektur bedeutet oft, Zeit und Leidenschaft in die Gestaltung von Gebäuden zu investieren, die nie gebaut werden. Daher konzentrieren sich diese Fotografien auf den konzeptionellen Design-Prozess, der die Studenten während ihrer Reise begleitet. Am Ende ist es der Gedanke, der zählt.


Tzivan Dervaux (27.12.1983) ist seit 2013 freischaffender Fotograf. Er studierte Journalismus und Kommunikation in den Vereinigten Staaten.

«Séjour forcé»: Noch bevor Sie zur gefährlichen Reise über das Mittelmeer aufbrechen können, bleiben die Migranten aus den Ländern südlich der Sahara erst einmal in Tanger stecken – nur wenige Kilometer entfernt von der europäischen Küste. Die häufigen, rassistisch motivierten Verhaftungen durch die Polizei zwingen die Migranten unter harten Bedingungen zu leben. Der oftmals mehrjährige Zwangsaufenthalt kann sehr traumatisch sein.


David Favrod (2.7.1982) wurde in Japan geboren und lebt heute in der Schweiz und in Spanien. Er erwarb einen Master in Art Direction an der ECAL in Lausanne.

Favrods Grosseltern waren Zeugen des Krieges. Sie sind verstorben, doch ihre Erinnerungen sind Teil der Geschichte. Die Arbeit «Hikari» zeigt den Drang des Fotografen, einige Fakten zu rekonstruieren, die er nicht selbst erlebt hat, die ihn aber unbewusst während des Heranwachsens beeinflusst haben. Die Geschichten seiner Grosseltern sind eine Quelle der Inspiration für sein eigenes Zeugnis.


Florence Iff (1.6.1963) ist freischaffende Künstlerin, die in der Schweiz und in den USA studiert und ihr Lehrdiplom von der ZHdK (Lehrdiplom für Gestaltung und Kunst in der Erwachsenenbildung) erhalten hat. Neben ihrer Fotografie gibt sie Kurse für Kinder und Erwachsene.

Die Bildreihe «Bei uns» beginnt im Glarnerland, wo Industrie auf Tradition trifft. In einer düsteren Landschaft, wo Menschen leben und ihre Zukunft erschaffen – und wo alle Spuren dieses Schaffens unerwartete Einblicke in das Absurde und das Wundervolle, die Hoffnung und das Unglück als auch das Nüchterne neben der Ästhetik präsentieren.


Yann Laubscher (31.3.1986) schrieb seine Diplomarbeit über die Verbindungen zwischen Forschung und Fotografie. Sein dokumentarischer Ansatz beschäftigt sich hauptsächlich mit komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Natur.

Die Arbeit «L'appel», die vor mehr als fünf Jahren ihren Anfang nahm, untersucht den russischen Hang zur Erforschung der Wildnis, das Finden von Würde in der freien Natur. Sie zeigt eine Spannung zwischen der Zivilisation und der Taiga, der Isolation und dem Überleben.


Catherine Leutenegger (5.5.1983) studierte Fotografie an der ECAL in Lausanne. Sie lebt und arbeitet in New York und Lausanne.

George Eastman (1854-1932) machte die Stadt Rochester reich – und zwar mit dem schnellen «Klick», dem legendären «Kodak Moment». Der Niedergang des analogen Filmgeschäfts, der ehemaligen Kernkompetenz von Kodak, wurde für das Unternehmen und die Marke zur Bedrohung. «Kodak City» führt uns zu diesem Ort mit langer Tradition, der dabei ist zu verschwinden.


Flurina Rothenberger (29.3.1977) ist eine an der Elfenbeinküste aufgewachsene Schweizer Fotografin. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf sozialer Dokumentation und wird duch Recherchen und selbstinitiierte Projekte gelenkt.

Wie bei vielen Städten Afrikas wächst auch die Peripherie von Dakar schnell. Vor allem die Vororte leiden unter den Folgen von Klimawandel, Überbevölkerung und fehlender Stadtplanung. Während der Regensaison führt dies zu schweren Überschwemmungen. Notfallpläne sind auf dem Tisch, doch Ergebnisse bleiben aus. Rothenberger zeigt das unter dem Namen «Dakar ne dort pas, Dakar se noie».


Maurice Schobinger (12.7.1960) konzentriert sich auf industrielle und landwirtschaftliche Fotografie. Er begleitete Projekte wie die m2 Metro in Lausanne und den Gotthard-Basistunnel. Seit 2008 reist er regelmässig nach Russland und legt auch dort den Schwerpunkt seiner Arbeit auf Industrielandschaften und Tiefbauprojekte.

Die Bildserie «Black dust» entstand auf den Reisen des Fotografen durch den Ural und bildet einen Aufbruch in das Reich der Phantasie ab, sowie auch den Kontrast von Fotografie als sozialem Kommentar einerseits und als Kunst anderseits. Die Serie ist eine Hommage an weit entfernte Industriegemeinschaften und ihre Bewohner, die zwar von moderner Technik überschattet, dennoch aber sehr stolz auf ihre Arbeit sind.


Rolf Siegenthaler (19.1.1970) studierte an der Ecole d'arts Appliques in Vevey. Er ist professioneller Fotograf sowie Dozent an der Schule für Gestaltung in Bern.

Es scheint, als ob die Schilder in «Kaufen!» nicht mehr für das stehen, wofür sie aufgestellt worden sind – nämlich etwas zu verkaufen. Heute sind aus ihnen Mahnmale des Überflusses unserer Konsumgesellschaft geworden. Statt den Betrachter mit Superlativen zu torpedieren, stellen sie Fragen. Zum Beispiel über den Umgang mit den Ressourcen unserer Welt.


Laurence von der Weid (11.10.1977) wurde in Zürich geboren. Sie wohnt in Paris, wo sie als freischaffende Fotografin als auch im Auftrag einer Anzahl von Institutionen arbeitet.

Hinter ihren Fensterscheiben, geschützt vom Strassentumult, werden die Passagiere in «Passagers» vom regelmässigen Rollen eingelullt. Vom Fensterrahmen eingefasst und in der Spiegelung versunken, heben sich die Gesichter ab, Blicke schweifen umher, die Charaktere offenbaren sich.

Erstellt: 05.08.2015, 16:45 Uhr

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