Gurlitt-Erbe: Gericht will weiteres Gutachten

Bern

Das Oberlandesgericht München will im Erbstreit ein weiteres Gutachten einholen. Im Umfeld von Gurlitts Cousine Uta Werner sieht man sich bestätigt.

Nachdem Gurlitts Cousine vor dem Amtsgericht München abgeblitzt ist, liegt der Fall nun beim Oberlandesgericht. Dieses hat den Parteien nun angekündigt, dass es «voraussichtlich ein Sachverständigengutachten zur Frage der Testierfähigkeit des Erblassers» einholen wird.

Nachdem Gurlitts Cousine vor dem Amtsgericht München abgeblitzt ist, liegt der Fall nun beim Oberlandesgericht. Dieses hat den Parteien nun angekündigt, dass es «voraussichtlich ein Sachverständigengutachten zur Frage der Testierfähigkeit des Erblassers» einholen wird.

(Bild: Keystone)

Oliver Meier@mei_oliver

Zeit und Nerven hat die Auseinandersetzung um das Gurlitt-Erbe schon reichlich gekostet. Seit Freitag weiss man auch, was der Disput für die Kasse des Kunstmuseums bedeutet. Gemäss Jahresbericht hat die Institution 2014 für «rechtliche und kunsthistorische Abklärungen» im Fall Gurlitt genau 830' 207 Franken aufgewendet.

Das Kunstmuseum will den Fehlbetrag mit «Reserven» decken. Man fragt sich: Welche Reserven? Intern wurde mit dem Gedanken gespielt, auf Rückstellungen zurückzugreifen, die für den Bau der Abteilung Gegenwart vorgesehen sind. 10 Millionen Franken sind für das Umbauprojekt budgetiert. Letzten Herbst hiess es, die Hälfte der Kosten sei gedeckt, unter anderem dank «museumsinternen Rückstellungen».

Museumsdirektor Matthias Frehner verwahrte sich jedoch dagegen, die Gelder für den Erbstreit einzusetzen. Stiftungsratspräsident Christoph Schäublin bestätigte gestern, das Umbauprojekt sei «nicht betroffen». Die Liquidität des Museums sei gewährleistet. Mit der Zuspitzung des Streits dürften allerdings noch beträchtliche Kosten auf das Haus zukommen. Hinter vorgehaltener Hand heisst es, auf die Rückstellungen für den Umbau werde nur im Worst Case zurückgegriffen.

Keine Fristen gesetzt

Das Worst-Case-Szenario erscheint allerdings realistischer als zuletzt. Nachdem Gurlitts Cousine vor dem Amtsgericht München abgeblitzt ist, liegt der Fall nun beim Oberlandesgericht. Dieses hat den Parteien nun angekündigt, dass es «voraussichtlich ein Sachverständigengutachten zur Frage der Testierfähigkeit des Erblassers» einholen wird, wie die stellvertretende Sprecherin Petra Willner auf Anfrage bestätigt. Die Nachricht ist im Umfeld von Gurlitts Cousine freudig aufgenommen worden.

Man schliesst daraus, dass auch für das Oberlandesgericht Zweifel an der Testierfähigkeit Gurlitts bestehen. Die Gerichtssprecherin will dazu keine Stellung nehmen. Anzunehmen ist, dass ein weiteres Gutachten den Erbstreit noch einmal in die Länge zieht. Willner sagt: «Fristen sind aktuell nicht gesetzt worden.»

Berner Zeitung

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