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Der Mensch im Bild

Bildstrecke503 Aufnahmen von 273 Fotografen aus 68 Ländern umfasst die Fotoausstellung The Family of Man. Nach fast dreijähriger Restauration wird sie heute wiedereröffnet.

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Ein umfassendes Porträt der Menschheit aus Millionen von Aufnahmen bekannter und unbekannter Fotografen? Was nach dem neuesten Projekt einer Social-Media-Plattform klingt, ist in Tat und Wahrheit die Grundidee einer Fotografieausstellung aus den Fünfzigern, die an diesem Wochenende ihre Wiedereröffnung feiert.

1951 begann Edward Steichen, US-amerikanischer Fotograf luxemburgischer Abstammung, mit der Arbeit an einer Ausstellung für das Museum of Modern Art (Moma) in New York. The Family of Man sollte durch den Einsatz der universell verständlichen Sprache der Fotografie das Verständnis zwischen den Völkern fördern und dem Menschen die Menschheit erklären.

Auswahl aus vier Millionen Fotografien

Nach einem grossen Aufruf an Amateure sowie Profis der Fotografie erhielt das Moma über vier Millionen Fotografien zugesandt, die Steichen und sein Assistent Wayne Miller auf 503 Bilder reduzierten. Unter den ausgewählten 273 Künstlern aus 68 verschiedenen Ländern befanden sich nebst vielen Amateuren auch bekannte Namen wie Ansel Adams, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Dorothea Lange, August Sander, Gotthard Schuh oder der Schweizer Fotograf Jakob Tuggener.

1955 öffnete die Ausstellung im Moma ihre Tore und avancierte sogleich zu einem Publikumserfolg, worauf sie die folgenden Jahre als Wanderversion auf Welttournee geschickt wurde. In Tokio, Berlin, Paris, Amsterdam, München, London und sogar – mitten im Kalten Krieg – in Moskau zog die Ausstellung bis 1964 über zehn Millionen Besucher an. Die ausgestellten Fotografien zu 37 grossen Themen der Menschheit wie Liebe, Geburt, Arbeit, Familie, Krieg und Frieden begeisterten sowohl die Kritiker als auch die Massen.

Einige Philosophen wie der Franzose Roland Barthes äusserten jedoch Kritik an dem mystifizierten humanistischen Menschenbild der Ausstellung, das zwar die sozialen Unterschiede der Menschheit aufzeigen würde, dieses soziale Unrecht jedoch als naturgegeben darstelle und nicht dagegen ankämpfen würde.

Der Schatz auf Schloss Clervaux

Edward Steichens Wunsch war es, am Ende der Welttournee die letzte vollständige Version der Ausstellung als Geschenk an Luxemburg zu übergeben, wo sie seither im Château de Clervaux eingelagert und teilweise ausgestellt wurde. 2010 musste die Ausstellung jedoch geschlossen werden, da die Fotografien nach einem halben Jahrhundert in einem schlechten Zustand waren. Knapp drei Jahre dauerte die aufwendige Restaurierung, da gleichzeitig auch das Schloss aus dem 12. Jahrhundert renoviert werden musste. Ab dem 5. Juli 2013 sind die weltberühmten Fotografien auf Schloss Clervaux wieder öffentlich zugänglich. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.07.2013, 13:18 Uhr

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