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Zwei Starpianisten in Bern

Die Pianisten David Helfgott und Hélène Grimaud beehren das Berner Publikum.

Der Pianist David Helfgott tritt in Bern auf.
Der Pianist David Helfgott tritt in Bern auf.
zvg

Jeder hat seine Marotten. Doch bei manchen Künstlern gehören sie gleichsam zum Konzept. Vor allem sogenannte Starpianisten verfügen über ein breites Repertoire an publizitätssteigernden Spleens, die mitunter ein geradezu wunderliches Eigenleben annehmen. Die Französin Hélène Grimaud (39) kann davon ein Lied spielen. So glühend sie sich der Musik verschrieben hat: Ihre Bekanntheit ist vorab dem Umstand geschuldet, dass sie sich zeitweise der Aufzucht und Pflege von Wölfen verschrieben hat. Grimaud ist so eifrig als «Frau mit den Wölfen» vermarktet worden, dass zwischenzeitlich beinahe vergessen ging, dass sie auch noch Klavier spielen kann.

Etwas anders verhält es sich mit David Helfgott (62): Der Australier ist bekannt für seine Koffeinsucht, vor der keine Kaffeetasse sicher ist. Vor allem Journalistinnen müssen zudem damit rechnen, während des Interviews von ihm abgeküsst zu werden. Früh als Wunderkind gefeiert, schien Helfgott eine grosse Karriere vor sich zu haben – bis ihn eine psychische Erkrankung für Jahre in die Nervenheilanstalt brachte. Der Oscar-prämierte Film «Shine» (1996) widmete sich seinem Leben – und ebnete ihm eine zweite Karriere als tragikomischer Publikumsliebling, der den romantischen Topos von Genie und Wahnsinn zu verkörpern scheint.

Wie bedeutend Grimaud und Helfgott in künstlerischer Hinsicht tatsächlich sind, ist umstritten. Gemein ist ihnen die Vorliebe für das romantische Repertoire – unter besonderer Berücksichtigung der technisch anspruchsvollsten Werke überhaupt. Eine Marotte, die auch in Bern zum Tragen kommt: Beide beugen sich über das 2.Klavierkonzert von Sergei Rachmaninow.

BZ/mei

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